Convergence (Woche 7)

Das Erscheinen von “Witcher 3 – Wild Hunt” hätte mir beinahe einen Strich durch meine schön geplante Veröffentlichungsstrategie (was für ein wichtig klingendes Wort) gemacht. Doch ich konnte mich für eine halbe Stunde davon entfernen und “Showdown” lesen. So lautet der äußerst treffende Titel der vorletzten Ausgabe von Convergence.

Convergence #7

  • Writers: Jeff King & Scott Lobdell
  • Pencils: Aaron Lopresti
  • Inks: Mark Morales
  • Colors: Peter Steigenwald
  • Letters: Travis Lanham

“My friend and I are here to put an end to your war.” – Telos

Wie ihr vermutlich mitbekommen habt, lese ich meine Comics am iPad mit Hilfe der App ComiXology. Diese hat, wie auch so manch andere Apps für Comics (z.B. Marvel Unlimited), die Funktion “guided view”. Dabei geleitet einen die App von Panel zu Panel und gibt nur hin und wieder, sollte es die Seite erfordern, einen totalen Überblick. Das äußerst Positive an dieser Einstellung ist die großartige Ausnutzung des Bildschirms und man erkennt Details, die eventuell in Papierform nicht so leicht zu entdecken wären. (Und nein, ich werde nicht von ComiXology bezahlt, dass ich hier so schwärme, ich mag den Dienst wirklich sehr gerne). Allerdings geht so leider auch oft die fantastische und teils ungewöhnliche Anordnung der Panels verloren. Aus diesem Grund habe ich seit kurzem eingestellt, dass mir dies gesamte Seite angezeigt wird, sobald das Ende von einer erreicht wurde und ich so noch einmal das Gelesene überfliegen bzw. genießen kann. Ich erwähne dies, da mir die aktuellen Ausgabe von Convergence erst wieder bewusst gemacht hat, wie kreativ die Seiten ausgenutzt werden können. Bis auf die ersten und letzten zwei bis drei Seiten sind alles doppelseitige Illustrationen. Diese stellen wunderbar die gewaltigen Ausmaße der Ereignisse dar und verdeutlichen noch einmal den Rahmen, den diese Geschichte zu spannen versucht. Den Künstlern gelingt dies, wie ich finde, hier sehr gut. Oft dient ein komplettes doppelseitiges Motiv als Hintergrund und wird gekonnt von verschiedenen Panels unterbrochen. Wirklich sehr gut gelungen.

In der Geschichte selbst, entschließen sich die Autoren einen komplett neuen Charakter einzuführen. Dieser trägt den mysteriösen Namen “Oracle” (es handelt sich dabei nicht um Barbara Gordon) und ist ein Wesen, welches laut Batman seit Anbeginn der Zeit existiert. Zu Anfang wirkt dieses Wesen, welches eine unfassbare Größe aufweist, majestätisch und beeindruckend, was auch an der gewählten Formulierung seiner Monologe liegt. Später folgen dann Darstellungen, welches Oracle als gesamtes zeigen, diese bewirken bei mir aber eher, dass es harmloser, wenn nicht sogar niedlich bis lächerlich erscheint. Weiters wird sein Zweck nicht deutlich, was ich sehr schade finde.

Bis auf diese Kleinigkeit hat diese Ausgabe sehr viele Stärken. Die schon erwähnte Struktur der Panels hebt die Kämpfe auf eine höhere Ebene, sodass sie epischer wirken. Quasi nebenbei entfacht der finale Schlagabtausch zwischen Telos und Deimos. Auch wenn Deimos immer die Oberhand zu haben scheint, bewirken seine überheblichen Reden, dass alle Helden und vermeintliche Bösewichte realisieren, welches Spiel er spielt und dass sie ihm eigentlich alle egal sind. Daraufhin schließen sich alle zusammen und versuchen Deimos zu besiegen. Auch Telos bäumt sich wiederholt auf und betont, wie passiv er eigentlich bisher war (wenn alles bisher von ihm gezeigt im Grunde sein passives handeln darstellte, frage ich mich was er alles bewirken kann, wenn er mal richtig loslegt).

Nachdem Green Lantern Deimos schließlich den Todesstoß verpasst, macht Telos deutlich, wie mächtig ihr Feind durch die Absorption der “Time Master” geworden ist und welch essentielles Zentrum er für den Planeten dargestellt hat. Durch seinen Tod wird diese Macht nun entfesselt und droht den Planeten (vielleicht auch Realitäten?) zu zerreißen.

Dann endet leider auch schon diese Ausgabe und ich bin mehr als gespannt darauf, wie das Event endet. Spielt Oracle vielleicht doch noch eine größere Rolle als gedacht? Taucht auch Brainiac nochmal auf? Denn ich frage mich schon was aus ihm geworden ist und ob er bis in alle Ewigkeit in seinem Gefängnis verrotten muss. Eigentlich müsste auch noch Darkseid erwähnt werden, wo er doch in der letzten Ausgabe angeteasert wurde. Viele Fragen, die am Ende hoffentlich befriedigend beantwortet werden.

Convergence Tie-Ins

“…please allow me to make this abundantly clear: The only person calling any shots around here ist ME.” – Amanda Waller

In dieser Woche gibt es nur ein Tie-In welches ich gelesen habe (aus den genannten “Witcher 3” Gründen) und es handelt sich um “Suicide Squad”:

Amanda Waller. Die treibende Kraft hinter Suicide Squad. Und in dieser Ausgabe darf sie den absoluten Badass spielen. Die Interpretation von ihr, wie sie hier präsentiert wird, gefällt mir eigentlich am besten. So wurde sie auch schon in dem DC Animationsfilm “Batman: Assault on Arkham” porträtiert. Eine durchsetzungsstarke Frau, die sich nicht einmal von Bane etwas gefallen lässt und immer ihren Willen bekommt, egal wie die Chancen auch stehen mögen. Ein Plan-B für den Plan-B ist da natürlich schon Standard und zeigt wiederholt, dass sie, im Prinzip wie Batman auch, auf jeden ihrer Gefangenen vorbereitet ist und nicht nur auf ihre implantierten Bomben setzt. Äußerlich finde ich auch die Darstellung als etwas korpulentere Frau ansprechender, als die schlanke Variante in der Serie Arrow oder auch wie es im Film “Suicide Squad” der Fall sein wird. Irgendwie scheint dieses Auftreten passender.

Die Geschichte gefällt mir an sich ziemlich gut. Leider wird sie durch die Zeichnungen oft nicht klar transportiert. Die Darstellungen der verschiedenen Kämpfe und Schauplätze ist zu chaotisch und es fehlt der Überblick, wo sich gerade wer aufhält bzw. wie überhaupt die Umgebung aussieht. Dies schafft die Hauptserie um einiges besser. Die #1 Ausgabe aus dem letzten Monat war mir außerdem auch nicht mehr gerade frisch im Gedächtnis und so hat es ungefähr bis zur Mitte gedauert, bis mir wieder klar wurde, dass wir uns auf einem Schiff Richtung Green-Lantern-Stadt befinden (obwohl die Szenen nun langsam den Weg zurück in mein Gedächtnis finden). Was aber für mich bei den Zeichnungen fehlt, macht die Story und die fantastischen Dialoge mehr als wett – vor allem das Ende überzeugt auf ganzer Linie.

Es war eine äußerst erfolgreiche Convergence-Woche, mit beeindruckenden Geschichten und überragenden Zeichnungen (zumindest in der Hauptreihe) – damit kann das Finale gerne kommen.

Bis demnächst
Chris