The Walking Dead: Hearts Still Beating

The Walking Dead: Season 7 Episode 8

Bevor es mit der zweiten Hälfte der siebten Staffel weiter geht, reiche ich euch noch das Review der letzten Folge nach. Darin bricht die Serie etwas mit der bisherigen Konvention und bietet uns verschiedenste Schauplätze. Deshalb ist es mal wieder eine überlange Folge, die eine ganze Stunde dauert. Anfangs noch am zweifeln, ob dies ein berechtigter Schritt ist, hat es “hearts still beating” als einzige der vier überlangen Folgen auch tatsächlich verdient. Denn durch die Menge an Schauspielern, Orten und Handlungssträngen, benötigt man auch mehr Zeit, um die Geschichten entsprechend erzählen zu können.

Dieser spoilerhaltige Artikel kann Spuren von Spoiler enthalten!

“Carl, pass the rolls. Please.” – Negan

Maggie rahmt die Episode. Sowohl zu Beginn, als auch am Ende sitzt sie neben Glenns Grab, mit seiner Kappe auf ihrem Kopf, trauert um ihren Mann. Könnte man am Anfang noch sagen, dass sie eher trauert und nach einem Weg sucht diese in eine Tat zu verwandeln, spricht die letzte Einstellung eher von Tatendrang. Nach beiden Grabbesuchen, geht sie zur Aussichtsplattform neben dem Tor des Hilltops, auch hier könnten die Stimmungen nicht unterschiedlicher sein. Auch ein Zeichen dafür, dass sich während der 60 Minuten, die die Episode dauert, viel getan hat und unsere Protagonisten sich deutlich weiterentwickelt haben. Die Ohnmacht der brutalen Morde an Glenn und Abraham behindert sie nicht mehr, nein – sie sind ein Antrieb.

Maggie wird auch von den restlichen Bewohnern des Hilltops als ihre Retterin gefeiert, da sie alle vor den Zombies beschützt hat, während Gregory sich in seinem noblen Zimmer versteckte. Gregory ist auch derjenige, der mehr oder weniger offen seine Ablehnung gegen Maggie zeigt. Schön ist dann zu sehen, wie sich andere hinter sie stellen.

Nach dem Intro wachen wir scheinbar in einer Parallelwelt auf. Negan hat sich im Haus Grimes eingelebt, rasiert sich, kümmert sich um Judith und kocht sogar Abendessen für alle. Er spielt Familie. Doch leider lässt Rick auf sich warten und so beginnen sie ohne ihn das Abendessen. Zum einen finde ich an dieser Stelle fantastisch, dass Olivia es sich nicht nehmen lässt, Negan seine Limonade zu bringen. Sie beißt sich durch und stellt sich der Herausforderung. Eine schöne Entwicklung für den Charakter. Zum anderen ist es eine absurde Szenerie die dem Zuschauer geboten wird, da es nicht nur der Persönlichkeit von Negan widerspricht, sondern auch mit allen bisherigen Eindrücken von The Walking Dead bricht.

Bleiben wir gleich bei dem Handlungsstrang, indem wir uns Spencer zuwenden. Nach der Diskussion mit Gabriel in der letzten Folge, packt er die Gelegenheit am Schopfe und will sich mit Negan treffen. Doch zuvor sehen wir, wie er sein Haus aufräumt. Der Shot ist sehr cool gemacht, da es nicht im Zeitraffer passiert, sondern langsam das saubere über das chaotische Haus eingeblendet wird. Außerdem rasiert er sich und übt die Begrüßung vorm Spiegel. Natürlich darf auch ein edler Tropfen Whiskey nicht fehlen, womit man sich doch meistens gut einschleimen kann. Interessant an der Begegnung der beiden ist, dass das Ganze Szenario wie ein kleines Theaterstück inszeniert ist. Zuerst das kleine Einführungsgespräch auf der Veranda, dann das Poolspiel auf der Straße, da es drinnen dafür zu heiß wäre. Langsam kommen dann immer mehr Menschen zu ihnen und beobachten die angespannte Unterhaltung. Langsam aber sicher durchschaut Negan Spencers Spiel. Denn dieser hat nur darauf gewartet, das Rick aus Alexandria verschwindet und er hinter seinem Rücken sich bei Negan gut stellen kann. Doch Negans Argumentation ist nicht zu schlagen: Rick hätte immerhin seinen Stolz und seine Wut hinunter geschluckt und ist nun unterwegs, um dafür zu sorgen, dass seine Leute überleben – er also sein Ende des Deals einhalten kann. Spencer dagegen ist ein feiges A….

Währenddessen versuchen Rick und Aaron auf das Schiff zu gelangen, wo hoffentlich jede Menge Zeug zu finden ist, dass Negan zufrieden stellt. Mit einem durchlöcherten Boot versuchen sie zum Schiff zu gelangen. Der See ist allerdings mit Zombies gefüllt. Für Aaron gibt es dann einen Fake-out Tod, so wie wir es letztens auch schon erlebt haben. Dafür ist es an der Stelle gut inszeniert. Eine mysteriöse Nachricht, die später auch noch fast Aaron das Leben kostet, verheißt allerdings nichts gutes. Wer ist der Besitzer des Schiffes? Welche weiteren Fallen hat er bereit gestellt und wie steht er zu den Saviors? Es ist aber schön zu sehen, dass sich Rick und Aaron ein wenig näher kommen und ihre Freundschaft vertiefen können. Den Eindruck hatte ich zumindest als sie bei verladen der Güter ein offenes Gespräch führten.

Bevor wir zu Spencer und Negan zurückkommen können, müssen wir noch über Gabriel und Rosita sprechen. Diese sitzt einsam und in Gedanken versunken mit ihrer einen Kugel in der Kirche. Negan ist in Alexandria, das wäre die Gelegenheit ihn zu erschießen. Es tut richtig gut zu sehen, wie sich Gabriel in den letzten Wochen entwickelt hat. Er steht für Rick ein und nun versucht er Rosita davon zu überzeugen auf die richtige Gelegenheit zu warten und nicht zu früh zu schießen. Denn richtige Gelegenheiten sind selten und sollten nicht überstürzt werden. Ansonsten passiert nämlich das, was Rosita schließlich auslöst:

Ein dummer Fehler führt zu einer Kette an Reaktionen, die mich durchaus überrascht haben. Vor allem auch deswegen, weil mit einem Handlungsstrang aus den Comics total gebrochen wird. Ich will jetzt nicht komplett spoilern, was alles geschieht, aber die Gefühle wechseln zwischen lächerlich und schockierend immer wieder. Vor allem das Rosita genau Lucille trifft ist ein besonders ärgerlicher Zufall. Die weitere Umsetzung der Szenerie ist allerdings nicht zu unterschätzen.

Das Ende zeigt alle nach Handlung schreienden Charakteren am Hilltop. Sie wollen sich Negan endgültig entledigen und nun ist planen angesagt. Es ein cooler Shot, wie alle dem Haus von Maggie entgegentreten und zur Tat schreiten. Sonntag konnte nicht schnell genug kommen…