The Walking Dead Book Thirteen

Die Nachwirkungen von Alphas letzter Tat sind deutlich zu spüren und sorgen für einiges an Unruhe im stillen Alexandria. Rick muss nicht nur seine Anführerrolle diverse Male verteidigen, sondern sich auch mit Maggies “Konfliktlösung” auseinandersetzen und natürlich sorgt auch Negan für einiges an Aufregung.

  • Creator, Writer: Robert Kirkman
  • Penciler, Cover: Charlie Adlard
  • Inker: Stefano Gaudiano
  • Gray Tones: Cliff Rathburn
  • Letterer: Rus Wooton
  • Erstveröffentlichung: 2015
  • Ausgaben: #145 – #156

“So I find myself in the position to lead you… and in this position I have learned my most important job.. is to keep us from returning to those days. Not to keep you happy. Not to make you like me… Priority number one. Move forward. Don´t go back.” – Rick

thewalkingdead_13“no turning back”, die erste Geschichten im aktuellsten dreizehnten Buch von The Walking Dead, dreht sich alles um die Konsequenzen, die unsere Protagonisten aus dem Angriff durch die Whisperer ziehen. Natürlich reagieren alle geschockt darauf, aber wie sie sich gegenüber Rick verhalten und welche Reaktion sie von ihm erwarten, ist sehr unverständlich. Sie wissen was Rick alles durchgemacht hat, wohin er sie gebracht hat und doch halten sie ihm vor, nichts gegen die Whisperer auszurichten.

Zwar vergraben sie die Köpfe der zwölf Getöteten und halten einen Gottesdienst ab, um gemeinsam trauern zu können, doch schon kurze Zeit darauf besteht höchste Gefahr, dass alles zusammenbricht, was sie sich in den letzten Monaten aufgebaut haben. Die Trauerphase ist übrigens äußerst kunstvoll und schlicht in den Zeichnungen umgesetzt. Ein paar Seiten über einfach nur Zeichnungen der trauernden – ohne Dialoge oder sonstige Informationen. Die Bilder sprechen für sich. Außerdem erfahren wir, dass seit dem Krieg mit Negan mindestens ein Jahr vergangen sein muss, wenn nicht noch mehr.

In dieser Zeit scheinen alle vergessen zu haben, wie das Leben außerhalb der Communitys aussieht und das sie sich eigentlich mitten in der Apokalypse befinden. Daran kann ihre ruhige Insel nichts ändern und keine Mauer kann sie vor den Schrecken schützen. Zwei Männer planen sogar einen Angriff auf Rick, den er nur ganz knapp überlebt, indem er seinen coolsten Move einsetzt: Die Hauptschlagader am Hals durchbeißen.

Was ich mir schon beim letzten Mal gedacht habe ist ebenfalls eingetroffen. Rick benötigt Unterstützung und zwar in Form von Negan. Er hat seine Leute über ein Jahr am Leben erhalten. Er wurde gehasst und gefürchtet, aber er hat sie die ganze Zeit über beschützt und zusammengehalten. Im Moment reden die beiden nur und man könnte beinahe vergessen, was Negan getan hat, so überzeugend spielt er seine Beraterrolle. Im bin sehr gespannt, wie das mit ihnen weiter geht und ob er Negan zum Zeitpunkt des Krieges aus der Zelle lässt. Doch nicht nur zwischen Rick und Negan gibt es ein klärendes Gespräch, auch er und Michonne kommen sich wieder näher und setzen ihre frühere gute Freundschaft fort, indem sie über ihre Trauer sprechen – wie sie damit umgehen. Zwei äußerst packende Szenen.

In der Zwischenzeit flüchtet Andrea mit Carl und Lydia aus Alexandria und geht nach Hilltop. Denn ein Teil des Hasses, der sich nicht gegen Rick richtet, konzentriert sich auf Lydia. Sie kommt von den Whisperern und wird beschuldigt. Eugene ist sogar derjenige, der vorschlägt, dass man ihr doch als Strafe für Alpha foltern könnte. Ich fasse es einfach nicht, wozu diese Menschen so plötzlich in der Lage sind. Eigentlich müsste man die alle mit Negan in eine Zelle sperren.

Als Resultat mit Negans Gespräch entscheidet Rick ein Militär aufzubauen und seine Leute damit im Glauben zu lassen, sie würden sich auf einen Krieg vorbereiten. Doch im Moment liegt sein Fokus eher darauf, sie beschäftigt zu halten, damit sie sich nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen. “no turning back” konzentriert sich sehr darauf, dass die Communitys nicht zurück zu den alten Gewohnheiten fallen, sondern weiterhin daran arbeiten, eine Zukunft aufzubauen. Denn wenn sie es sich mit den Whisperern verscherzen und diese mit ihren Walker-Horden angreifen, bleibt nicht mehr viel von ihnen übrig und sie müssen sich wieder auf der Straße durchschlagen.

“Please forgive me, Lord. I have killed… I am a killer… a good one.” – Father Gabriel

Die zweite Storyline im dreizehnten Buch ist “call to arms”. Darin werden die Vorbereitungen für ein unausweichliches Aufeinandertreffen der beiden Seiten getroffen. Alle, die sich freiwillig für das Militär von Alexandria gemeldet haben, werden für den Ernstfall trainiert und welch bessere Möglichkeit gibt es dafür, als sich von Walkern umzingeln zu lassen und zu hoffen, dass alle fähig genug sind, um zu überleben. An dieser Stelle wird auch Gabriels Rolle wieder etwas mehr aufgegriffen. Er will nicht nur in der Kirche sitzen und für das Überleben beten, sondern dafür kämpfen. Der Charakter wurde mir in letzter Zeit etwas zu stiefmütterlich behandelt und es tut gut, ihn wieder öfter zu sehen – außerhalb von Trauerfeiern und Gebetsstunden. Es bleibt nur zu hoffen, dass er nicht reaktiviert wurde, um im kommenden Krieg gleich wieder zu sterben.

Eugene verarbeitet langsam das Geschehene und konzentriert sich auf ein neues Projekt: Er repariert ein Funkgerät. Eigentlich ziemlich banal, überrascht es mich jetzt, dass sie das nicht schon viel früher gemacht haben. Nicht unbedingt um neue Leute zu rekrutieren, das kann schnell gefährlich werden, aber zumindest um zu hören, ob da draußen jemand ist, der sich mit Hilfe solcher Geräte verständigt. Natürlich empfängt Eugene eine Nachricht und kommt sofort ins Gespräch mit der Dame am anderen Ende. Ich bin äußerst gespannt, wie sich das ganze entwickeln wird. In der Serie Fear The Walking Dead endete die Funkgerätegeschichte nicht besonders positiv.

Der Hass auf Rick ist bei den meisten Leuten schon wieder abgeflacht und es lassen sich auch viele vom Militär ablenken. Doch Brandon, der Junge der Carl mit dem Backstein geschlagen hat und dessen Vater von Rick getötet wurde, lässt sich sehr von seinem Hass leiten (“Und Hass führt zu dunklen Seite…”), was ihn sogar dazu bringt, Rick anzugreifen. Er lässt sich das Ganze nicht mehr gefallen und in einer Nacht und Nebel Aktion befreit er Negan. Es hat mich schon ziemlich überrascht, wie einfach jeder an die Schlüssel ran kommt. Die hätte man doch einschließen sollen oder Rick trägt sie um den Hals, aber sie einfach in einem Haus aufbewahren finde ich nicht gut. Haben sie keinen Polizei ähnlichen Dienst, der für solche Dinge verantwortlich ist?

Jedenfalls gelingt ihnen die Flucht und natürlich gehen sie Richtung Whisperer. Doch Brandon ist ein Vollidiot und glaubt Negan manipulieren zu können, was ihm schließlich das Leben kostet. Ich finde es äußerst spannend wie Negan später mit den Whisperern umgeht. Er nimmt sich nicht zurück, sondern redet wie ein Wasserfall, reißt seine Witze, Flucht und macht sich über ihre Aufmachung Lustig. Außerdem bricht er wieder einmal Rekorde für die meisten Varianten von “Fuck”. Immerhin gelingt es ihm aber sie soweit zu manipulieren, dass sie ihn zu Alpha bringen, mit der er schamlos “flirtet” und sie anmacht. Meiner Auffassung nach, hatte er tatsächlich vor, sich mit diesen Leuten gut zu stellen, damit er mit ihnen leben kann. Doch dann passiert etwas, wo er nicht einfach zusehen kann: Eine Frau wird beinahe Vergewaltigt. Und wir erinnern uns, dass es dies bei den Whisperern nicht gibt, denn wenn die Frau nicht stark genug ist, sich zu wehren, ist sie selbst schuld. Alpha wollte doch auch, dass ihre Tochter durch die Misshandlungen, die ihr mehr als nur einmal zugefügt wurden, stärker wird. Ist doch eine ganz selbstverständliche Methode, oder nicht? (Achtung: Sarkasmus!)

Doch diesen Bullshit lässt sich Negan nicht gefallen und hier bekommt er überraschenderweise doch Ähnlichkeiten mit Rick. Klar, er hat sehr schlimme Dinge getan, doch diese waren immer begründet und zum Schutz seiner Gruppe. Herrschaft durch Furcht hat ihm Respekt eingebracht und dafür gesorgt, dass er in Kontrolle blieb und dies bedeutete Sicherheit und Überleben. Die Linie, die er zieht, die zum Beispiel Vergewaltigung und sinnlose Gewalt verabscheut, macht ihn doch wieder irgendwie sympathisch. In einem ruhigen Moment tötet er schließlich Alpha und hat vor ihren Kopf zu Rick zu bringen. Ich kann gar nicht klar genug ausdrücken, wie sehr ich mich auf dieses Aufeinandertreffen freue und ich hoffe, die beiden machen gemeinsame Sache gegen die Whisperer, denn diese werden sich mit Sicherheit furchtbar Rächen wollen.

“Call to arms” setzt die Grundlagen für den bevorstehenden Konflikt gekonnt fort und es wird so mancher Charakter, der im Hintergrund blieb, wird mit mehr Screentime belohnt. Es wäre schön, wenn wir zwischendurch auch die anderen Communitys wie The Sanctuary (Negans früheres Territorium) und The Kingdom öfter sehen würden. Die Geschichte konzentriert sich doch sehr auf Alexandria und den Hilltop. Aber das würde wahrscheinlich den Rahmen des Comics sprengen bzw. die einzelnen Geschichten um ein vielfaches weiter ausdehnen.

Nun da ich alle Comics nachgeholt habe, werde ich noch die nächste Geschichte “the whisperer war” in einem Aufwasch reviewn und mich danach monatlich um die Comics kümmern. Ich freue mich schon darauf, die Reihe so zu verfolgen, wie sie veröffentlicht wird.