Convergence (Woche 8)

Convergence hat mit der achten Ausgabe sein Ende gefunden und als Abschluss behandle ich heute auch nur diese eine Ausgabe. Dadurch kann ich mich auf ein paar Theorien und Empfehlungen aussprechen, bevor wir in diesem Monat mit DCs neuen Serien konfrontiert werden.

  • Writers: Jeff King & Scott Lobdell
  • Pencils: Stephen Segovia, Carlo Pagulayan, Eduardo Pansica, Ethan van Sciver
  • Inks: Jason Paz, Scott Hanna, Trevor Scott, Stephen Segovia, Ethan van Sciver
  • Colors: Aspen Mlt’s John Starr & Peter Steigenwald
  • Letters: Travis Lanham

“This convergence of worlds has become a proverbial bullet that will shatter the multiverse” – Dr. Fate

Wenn man sich die Liste der Verantwortlichen so ansieht, könnte man meinen DC hätte jeden verfügbaren Künstler an diesen Comic gesetzt, nur um zu verhindern, dass es in einer Katastrophe endet. Getreu dem Motto “Zu viele Köche verderben den Brei”, hatte ich dann auch meine Befürchtungen, dass wir eine Ausgabe sehen werden, die von verschiedenen Stilrichtungen, Interpretationen und so weiter nur so wimmelt. Doch im Nachhinein kann ich mir die einzelnen Personen durchaus als alleinigen Zeichner verschiedener Versionen unserer Helden vorstellen. Dadurch erhalten Superman, Batman, Wonder Woman und co. ihren jeweils eigenen Anstrich und sie sehen sich nicht zu ähnlich. Ich kann zwar nicht immer sagen aus welchem Universum oder Zeitlinie die Person stammt, aber die individuellen Kostüme und Körperhaltungen helfen ungemein.

Der Untertitel der letzten Ausgabe lautet “Last Stand” und die neue Allianz des zeitübergreifenden Multiverse muss sich dem von Waverider (von diesem grandios designten Protagonisten hatte ich bisher noch nichts gehört, genauso wenig wie von Booster und seiner Schwester Goldstar, welche anscheinend eine Art Rächer-Truppe bilden) befreiten Brainiac stellen, der offensichtlich als einziger in der Lage zu sein scheint den Kollaps aufzuhalten. Ich finde es schon erstaunlich, dass die geballte Kraft von unzähligen, teils göttlichen Charakteren nicht ausreicht, um ein solches Ereignis aufzuhalten. Zwar bietet sich Parallax aka Green Lantern aka Hal Jordan an, um sein bestes zu versuchen, doch nachdem er in der vorherigen Ausgabe Deimos vernichtet und somit die Katastrophe ausgelöst hat, kann man seinem Urteilsvermögen wohl nur begrenzt vertrauen. Hier darf dann auch Telos seine Macht demonstrieren, indem er ihn festhält und von seinem Vorhaben abhält. Es ist schon erstaunlich welchen Wandel Telos in dieser Geschichte durchgemacht hat. Jeff King ist es wunderbar gelungen diese Wandlung nachvollziehbar und natürlich ablaufen zu lassen ohne zu stressig durch zu eilen.

Brainiacs auftritt ist weitgehend beeindruckend. Zum einen sind die Zeichnungen wieder von bester Qualität – vieles sind doppelseitige Illustrationen mit coolem Paneldesign, die wir zuvor schon gesehen haben und die den Tyrannen in Posen darstellt, in denen er übergroß und unbesiegbar erscheint. Zum anderen hält er einen tiefsinnigen Monolog, welcher einen kleinen Einblick ins Multiverse (man beachte die Ultra-Man Ausgabe, welche von einem kleinen Jungen unter der Bettdecke gelesen wird) und Brainiacs Reise darin beschreibt.

Zunächst versucht er die Städte zu ihren angestammten Plätzen zurückzuschicken, jedoch gelingt es ihm nicht, da er von einem Ereignis in der Vergangenheit davon abgehalten wird (hier beginnt der Teil, an dem langjährige DC Comics Leser belohnt werden). Es handelt sich um das erste Crisis-Event. Eine Version von “The Flash” muss zurückkehren und dieses Ereignis stoppen, dann werden alle Zeitlinien mehr oder weniger wieder hergestellt und Brainiac kann sie zurückschicken oder sie werden automatisch zurückgeschickt (an diesem Punkt war ich mir nicht mehr ganz sicher). Außerdem frage ich mich, welches spezifische Ereignis Flash verhindert hat, um das Multiverse zu retten und welche weiteren Auswirkungen dies hat – hat es überhaupt welche? Naiv betrachtet könnte man meinen, es sei alles wie es vorher war, nur muss Brainiac mit seiner Sammlung wieder von vorne beginnen. Außer das Experiment hat ihm als Wissens- und Informationsquelle ausgereicht und er widmet sich nun anderen, abstrakteren Dingen zu.

Die Wiederherstellung des Multiverse wird wunderbar durch zwei doppelseitige Zeichnungen dargestellt, welche verschiedene Versionen der Erde mit ihren jeweiligen Helden zeigt. So gewinnt der Leser nochmal einen Eindruck davon, wie die Aufteilung genau aussieht und die Menge an Helden, welche in dem Event teilgenommen haben. Allerdings bin ich mir an dieser Stelle bei einer Sache nicht ganz sicher: Bedeutet dies nun, dass alle diese Helden in einem der 52 Welten lebt, welche in der Multiversity-Map dargestellt werden oder sind es zeitlich verschiedene Versionen der Erde. Ich vermute ersteres – wobei, wenn man es genau nimmt ist meine Einschätzung, dass es sich um eine Kombination aus beidem handelt. Zum einen waren viele Charaktere aus dem Multiverse dabei, andererseits auch ebensoviele aus der Vergangenheit oder einer gewissen Zukunft. Wie dem auch sei, es ist nun alles und jeder ein kleiner Teil vom DC Universum und für Zukünftige Geschichten können die Autoren aus dem vollen Schöpfen – Ich bin gespannt, was sie sich einfallen lassen. So “kleine” Events, welche zwei Monate dauern finde ich nicht schlecht, da es ein geordneter, kurzer Ablauf ist und man den Überblick nicht so schnell verliert, wie wenn ein Mega-Event über eineinhalb Jahre geht (um einiges länger, wenn man auf die Trades wartet). Einmal im Jahr kann man so etwas machen, nur bitte nicht immer etwas “welches das DC Universum für immer verändern wird!” und etwas weniger Tie-Ins wäre auch hübsch.

“I have the knowledge they existed. That is all that matters.” – Brainiac

Bis demnächst
Chris