Hawkeye by Fraction #2 Review

Hawkeye by Matt Fraction #2

Writer: Matt Fraction
Artist: David Aja
Color Artist: Matt Hollingsworth
Cover Art: David Aja
Letters: Chris Eliopoulos

“Okay–this looks bad…” – Clint Barton

Genau mit dem gleichen Satz hat auch schon die erste Ausgabe angefangen. Es scheint also nicht ruhiger zu werden für unseren Protagonisten. In welchen Schlamassel ist er also nun wieder geraten? Nun, wie sich herausstellt, spielt die sechste Ausgabe der Young Avengers nun doch eine Rolle, denn wir begegnen Kate und Clint, wie sie zusammen trainieren bzw. einfach Zeit miteinander verbringen. Wer nun von beiden die Bezeichnung Hawkeye weiterführen darf, scheint noch nicht letztendlich geklärt zu sein – oder sie tragen sie auch einfach beide. Wie dem auch sei, sie machen erstmal gemeinsame Sache.

Dies bringt sie zur Eröffnung eines neuen Gebäudes, welches nicht nur als Hotel zu dienen scheint, sondern auch Casino, Bürogebäude und mehr. Sicher ist, dass die Eröffnungsfeier von einem Zirkus geleitet werden soll, der die Gäste unterhalten soll. Die Gäste sind dabei hauptsächlich “bad guys”, wie Clint sie netterweise bezeichnet. Wer jedoch genau unter der Gruppe von Widersachern steckt, kann ich nicht genau sagen, es fallen keine expliziten Namen. Sicher ist nur, dass der Zirkus ebenfalls von “bad guys” geleitet wird, die die anderen “bad guys” beklauen. Das schaffen sie insofern, als dass sie sie bei einem Auftritt unter Hypnose setzen und dann einfach ihrer Gegenstände und Gelder entledigen können.

Interessant ist, wie Clint und Kate darauf gekommen sind. Denn wir erfahren, dass Clint im Zirkus aufgewachsen ist – eine Tatsache, die mir bis jetzt entgangen zu sein scheint – und dadurch die Zeichen der “Hobos” und Vagabunden lesen kann, die diese als Kommunikation verwenden. Fraction baut also gekonnt auf die in der ersten Ausgabe etablierten Charaktereigenschaften auf und untermauert diese mit Vorkommnissen aus der Vergangenheit. Bisher zeigt er so ein durchaus konstantes Bild.

Das einzige was mir unklar scheint, ist die konkrete Beziehung zwischen Kate und Clint. Sie haben natürlich keine Beziehung miteinander und auch nichts körperliches, soweit wird das in dieser Ausgabe etabliert. Jedoch scheint auch mehr dahinter zu stecken als ein reines Lehrer-Schüler-Verhältnis. Warum genau Clint sich ihr gegenüber nervös oder zumindest unsicher verhält, dessen bin ich mir noch nicht sicher. Bleibt nur zu hoffen, dass wir in zukünftigen Ausgaben mit ein paar Details versehen werden, die ihre Vergangenheit genauer beleuchtet. Das Aufeinandertreffen in Young Avengers Presents #6 scheint soweit ihre erste Begegnung gewesen zu sein, aber wer weiß, was sie in der Zwischenzeit durchmachen mussten.

In der Handlung der zweiten Ausgabe jedenfalls, nutzen Clint und Kate die Gelegenheit, die einen bösen Jungs zu bestrafen, weil sie die anderen bösen Jungs beklauen. Da jedoch beide Parteien aus bösen Jungs und natürlich auch so manchen bösen Mädchen bestehen, nehmen sie ihnen das Geld ab und nutzen dieses für ihr weiteres Unterfangen. Im letzten Panel steht Clint vor einer Weltkarte, die zugepflastert ist mit Post-Its, Fotos und Stecknadeln. Leider erfahren wir nicht was genau seine to-do-Liste enthält, nur das Kate ihn unterstützen will und natürlich sein Hund mit von der Partie ist – den er von Arrow auf Lucky umgetauft hat.

Die zweite Ausgabe von Hawkeye besticht nicht nur durch eine interessante Story, sondern auch durch hervorragende Charaktermomente, die dazu dienen, die nächsten Schritte vorzubereiten und in Gang zu setzen. Denn ohne sich seines eigenen Vermögens bedienen zu müssen, steht es dem kleinen Team nun frei zu agieren, wie sie es für nötig halten – es ist ja quasi alles inoffiziell.

Wodurch diese Ausgabe auch noch besticht, sind die Art und Weise wie die Action Sequenzen dargestellt werden. So gelingt es David Aja auf beeindruckende Weise zwei parallel Laufende Handlungen gekonnt darzustellen. Zum Beispiel als Clint und Kate sich unterhalten, schießt Clint ein paar Pfeile ab. Der Vorgang des Anlegen, Zielen und Feuern, welcher, wie wir in den Filmen schön sehen konnten, nur wenige Augenblicke beansprucht, wird hier über mehrere Panels gestreckt, während ebenfalls gezeigt wird, wie Kate weiter spricht. Man muss diesen Stil selbst gesehen haben, um ihn wahrlich würdigen zu können. Ähnlich läuft es auch in anderen Sequenzen ab, wo Aja einzelne Pfeile in kleine Panels steckt, um zu verdeutlichen, wo sie wie abgefeuert und eingesetzt werden. Sehr beeindruckend.

Überrascht hat mich auch, wie brutal Kate und Clint teilweise vorgehen. Sie töten zwar niemanden (glaube ich zumindest), doch schwer verletzt bis gelähmt sind ihre Gegner auf jeden Fall. Dass sie derart rücksichtslos vorgehen, hätte ich nicht erwartet, erinnert es doch eher an die erste Staffel von Arrow, wo Oliver Queen noch getötet hat – wobei Team Arrow jetzt auch nicht gerade zimperlich mit ihren Gegnern umgehen. Ich wäre überrascht, wenn dies ohne weitere Konsequenzen bleiben würde, doch warten wir mal ab, wie die Story weiter geht.

Anders als nach der letzten Ausgabe, haben wir nach dieser zumindest eine vage Idee, wie die Geschichte weiter geht. Clint hat eine to-di-Liste, die er abarbeiten will. Wir kennen zwar, wie gesagt, ihren Inhalt nicht, doch er ist nicht allein. Die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten gefällt bis jetzt sehr gut und ich erwarte, dass der Hund ab jetzt auch eine zentralere Rolle bekommen wird. Go Lucky!

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