Ultimate Spider-Man Vol. 15

Im fünfzehnten Volume von Ultimate Spider-Man wird unter anderem ein Service eingeführt, den wir in dieser Form noch nicht gesehen haben und der Villain dieser Storyline ist eigentlich kein wirklicher Gegner, sondern vielmehr ein verwöhnter Bastard mit schlechten Manieren. Dazwischen gibt es die typischen Elemente, die bei einer Ultimate Spider-Man Geschichte mittlerweile nicht mehr fehlen dürfen: eine Love-Story, SHIELD Angelegenheiten und andere Probleme für Peter Parker.

Ultimate Spider-Man Vol. 15: Silver Sable

  • Ausgaben: #86-90, Annual #1
  • Erscheinungsdatum: 2006
  • Writer: Brian Michael Bendis
  • Artist: Mark Bagley
  • Inks: Scott Hanna, John Dell
  • Colors: Justin Ponsor
  • Letters: Chris Eliopoulus

“I know I’ve only been a super hero for a relatively short time… but you’re a bad guy, right?” – Spider-Man

Fangen wir mit der Annual Ausgabe an, da diese die viel Hintergrundwissen liefert, das für die Silver Sable Storyline wichtig werden wird. Wie ihr euch sicher erinnert, hat Peter das letzte Mal mit MJ Schluss gemacht, weil er sie nicht in Gefahr bringen möchte. Sie habe keine Chance sich gegen Supervillains durchzusetzen und diese Bürde möchte sich Peter nicht aufhalsen, dazu hat er einfach schon zu viele verloren, die ihm nahestehen. Allerdings ist es später schön mit anzusehen, wie sich die beiden trotzdem noch miteinander unterhalten können – ein wenig zumindest.

Das Annual erzählt zwei sich parallel entwickelnde Geschichten, die Brian Michael Bendis schließlich gekonnt kollidieren lässt, um gemeinsam stärker voranzuschreiten. Zum einen haben wir Peter der einsam sein Leben beschreitet und sich als Außenseiter fühlt, trotz seiner ganzen Heldentaten. Auf der anderen Seite haben wir Kitty Pride, die sich ähnlich fühlt unter ihren X-Men Kollegen. Die liegt vor allem daran, dass sie sich erst kürzlich von Bobby getrennt hat. Es ist herrlich mit anzusehen, wie sich diese beiden Charaktere (Peter und Kitty), die so viel gemeinsam haben, schließlich begegnen und tolle Dates miteinander verbringen. Vor allem der Gemeinsame Kampf gegen eine Verbrecherbande und ihr erster Kuss sich perfekt in Szene gesetzt. Beide sind sehr schüchtern und wissen anfangs nicht so recht mit der Situation umzugehen. Man kann nicht anders als die Geschichte mit einem lächeln zu lesen und sich für die beiden zu freuen.

Ich habe Mark Bagleys Zeichnungen und die fantastischen Farben vermisst. Es ist eine tolle Welt in die wir hier entführt werden. And den Ultimate Spider-Man Comics gefällt mir besonders, dass ich diese von Anfang an lesen kann. Es ist keine unmögliche Aufgabe sich durch alle Ausgaben zu kämpfen und die gesamte Geschichte in ihrer Pracht zu erleben, wie es bei Amazing Spider-Man der Fall ist. Ich liebe die Charaktere und die Erzählweise von Brian Michael Bendis, der sich für alles Zeit nimmt. Verbunden mit den bereits genannten Zeichnungen von Mark Bagley gehört Ultimate Spider-Man mittlerweile zu meinen All-Time-Favorites. Was die aktuelle Geschichte anbelangt, bleibt es spannend zu sehen, in welche Richtung sich Peter und Kitty entwickeln. In der Hauptstory haben sie zwar auch ein Date, ganz zum Unwohl von MJ, aber ob sich etwas längerfristiges entwickelt muss sich erst noch herausstellen. Immerhin haben beide einen ziemlich vollen Terminplan.

Beruhigend für Peter sind auf alle Fälle Kittys Fähigkeiten, die man nicht unterschätzen darf. Anders als MJ, ist sie durchaus in der Lage sich auch gegen diverse Supervillains durchzusetzen. Damit will ich MJ nicht unterminieren oder ihre Durchsetzungsfähigkeit bestreiten. Doch aus Peters Sicht, ergibt seine neue Beziehung durchaus mehr Sinn, als die mit MJ. Dass er nun Kitty so kurz nach der Trennung von MJ kennen gelernt hat, schmerzt diese natürlich sichtlich und trifft auf Unverständnis. Doch wenn man sie gemeinsam Kämpfen sieht, erkennt man, wie gut Peter und Kitty zueinander passen.

Die Hauptstory geht es primär darum, dass Spider-Man in der Vergangenheit scheinbar immer wieder Roxxon Gebäude, Schiffe und andere Besitztümer der Firma vor Bösewichten gerettet hat. Der Boss, Roxxon höchstpersönlich, sieht dabei eine Art Verschwörungstheorie und engagiert Silver Sable, die den Helden fangen und zu ihm bringen soll, damit er mit ihm reden kann. Macht man doch immer so, wenn man mit jemanden reden will, dass man eine Auftragsmörderin und ihr Killer-Kommando engagiert. Wie sich die Geschichte weiter entwickelt, finde ich persönlich zwar an sich gelungen, weil sie mich packt und ich in die Charaktere investiert bin, doch viele der Entscheidungen, die getroffen werden, treffen gleichzeitig auf Unverständnis. Vor allem was Roxxon betrifft.

An dieser Stelle hilft es deutlich weiter, dass sowohl er, als auch Silver Sable eine kleine Origin Story geliefert bekommen. So begreift man besser, woher die Charaktere kommen und warum sie die Entscheidungen treffen, die sie treffen. An den Origin-Storys gefällt besonders, dass sie anders koloriert sind, als die übrige Geschichte. Außerdem gibt es lediglich einen Erzähler und keine Dialoge, womit sich eine Märchenhafte Atmosphäre bildet. Gefällt Silver Sable danach besser und erscheint deutlich mehr als eingeständiger Charakter als nur ein Handlanger von Roxxon, so wird dieser für mich nur noch unfähiger. Auch wenn sich zu diesem Gefühl noch etwas Mitleid mischt, ist das Hauptgefühl, dass ich ihm entgegen bringe, Verachtung.

Unterm Strich ist Roxxon ein verwöhntes Gör, welches keine eigenständige Entscheidungen fällen kann und wie so eine Person die Leitung einer Firma bekommen hat, bleibt für mich nicht nachvollziehbar. Am Ende bekommt man als Leser allerdings eine gewisse Genugtuung, die ich an dieser Stelle nicht spoilern möchte.

Kommen wir zu einem Thema, welches mich in letzter Zeit des öfteren beschäftigt hat: die Demaskierung von Superhelden. Wenn sich ein Superheld einem Bösewicht geschlagen geben muss bzw. von diesem überwältigt wird, ist es durchaus klar, dass dieser dann auch die Maske des Helden abstreift, sollte dessen Identität unbekannt sein. Doch wenn jemand wie Roxxon mit Spider-Man sprechen möchte und immer wieder betont sich nur mit ihm unterhalten zu wollen, dann ist es doch absolut unnötig, ihm die Maske vom Kopf zu reißen. Zudem lässt er den Helden fesseln, was eine tolle Basis für ein gutes Gespräch ist. Will ich mich mal wieder tief gehender mit Freunden unterhalten, dann fessle und kneble ich sie auch immer, da sofort eine vertrauensvolle Atmosphäre aufkommt. Als sie dann auch noch Fingerabdrücke nehmen und ihn identifizieren wollen, war ich sehr froh darüber, dass SHIELD ein paar Stolpersteine vorbereitet hat, um Peters Identität zu schützen. Eine sehr beeindruckende Szene, die man sich nicht entgehen lassen sollte. SHIELD wird von einem völlig neuen Licht gezeigt und man bekommt einmal mit, wie die Organisation von anderen wahrgenommen wird.

Auch wenn die letzten Ereignisse der Story etwas überstürzt erscheinen, so finde ich den Kampf zwischen Spidey und Vulture gut und spannend dargestellt. Außerdem bekommen wir so die Gelegenheit schon einmal etwas in die Spieltruhe des Tinkerers zu blicken, der sicherlich bald eine größere Rolle einnehmen wird.

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