Valiant: Act One (8 von 16)

The Harbinger War ist das erste große Crossover des Valiant Universums, indem die Titel Harbinger, Bloodshot und die vierteilige Mini-Serie Harbinger Wars aufeinander prallen. Bereits auf der ersten Seite der Deluxe Edition werden die Parteien präsentiert und noch einmal die Vergangenen Ereignisse zusammengefasst, sodass sich die Leser auf dem aktuellsten Stand befinden und voll in die Geschichte eintauchen können. Die drei Parteien sind Peter mit seinen Renegades, Toyo Harada mit seiner kleinen Armee und natürlich Bloodshot, der mit den befreiten Kindern unterwegs ist. Ich habe das Review in die vier Kapitel dieses Crossovers aufgeteilt und verzichte aufgrund der Fülle an Mitwirkenden dieses Mal auf die Credits.

Generation Zero

Ausgaben: Harbinger Wars #1, Harbinger #11, Bloodshot #10

“Well, any friend of Kuretich’s pretty much has to die.” – Bloodshot

Die Geschichte startet neun Tage in der Zukunft und wir dürfen an einem Meeting zwischen den beiden Chefs, darunter Mr. Kozol, von P.R.S. (Projekt Rising Spirit) und vier Agenten der National Inteligents teilnehmen. Der Dialog von Mr. Kozol und einem der Agenten dient hierbei als Erzähler, denn die Handlung des Harbinger Wars wird anschließend in Rückblenden dargestellt. Das heißt, P.R.S. muss sich endlich für ihre Verbrechen verantwortlich zeichnen und ihre Experimente rechtfertigen.

Den Anfang bildet eine Mission von vier Kindern P.R.S.s, Christian, Tara, Wee Mad Mac und Pier, die ein Fehlgeschlagenes Experiment in einem Forschungslabor in China “unter Kontrolle” bringen sollen, das heißt, alle töten, die noch am Leben sind und darüber reden könnten. Pier aka Hive hat die Fähigkeit den gesamten Geist einer Person in sich aufzunehmen (und damit auch all dessen Erfahrungen und Erinnerungen) und muss dies mit einem der Opfer machen. Da das nicht das erste Mal ist, dass sie das macht, fällt es ihr sichtlich schwer. Es wird äußerst deutlich gezeigt, dass für P.R.S. diese Psiots nur Dinger sind, die man benutzt um die dreckigen Missionen zu erledigen und wenn sie kaputt sind, holen sie eben neue aus ihrem Keller.

Bloodshot bricht später in ihren Stützpunkt ein, um sie zu befreien, doch da er ein eher negatives Image bei den Psiots besitzt, fliehen sie alle vor ihm, ermöglicht ihnen somit aber immerhin den Ausbruch. Lediglich ein Kind, das gestolpert ist, kann er mitnehmen und ich habe so das Gefühl, das dies später noch wichtig werden wird. Mit seinem Trupp an Kindern und natürlich Melissa und Kara an seiner Seite wandern sie durch die Wüste in eine nahe gelegene, verlassene Stadt, wo sich Bloodshot Toyo Harada gegenüberstellen muss.

Dies ist die Haupthandlung von Harbinger Wars #1 und wenn man nur das Hauptevent verfolgen möchte, ist man mit dieser Reihe gut bedient. Jedoch erhält man durch die zusätzlichen beiden Comics ein weitaus umfangreicheres Bild des ganzen und kann die Charaktere besser einschätzen.

Zum Beispiel erlebt man die Renegades dabei, wie sie mit der Situation umgehen, dass sie in Georgia nur knapp mit dem Leben davon gekommen sind. Knapp zusammengefasst, verhalten sie sich wie Vollidioten und betrinken sich in einer Bar. Lediglich Peter und Kris halten sich zurück. Derjenige der mir immer negativer auffällt ist Torque. Er hat so lange in einer Fantasiewelt gelebt und nie gelernt seine Behinderung, dass er nicht gehen kann, zu akzeptieren und damit zu leben. Stattdessen flüchtet er sich ständig in seinen protzigen Astralkörper und führt sich wie der geilste Typ auf dem Planeten auf. Dies kann nicht lange gut gehen und ich hoffe er lernt bald seine Lektion. Sie alle bräuchten diese, ganz im Sinne von “with great power, there must also come great responsibility”.

In der Bloodshot Ausgabe bekommen wir einen genaueren Einblick darin, wie sich die Kinder mit ihm fühlen und wie er sich auf einen eventuell bevorstehenden Konflikt vorbereitet, indem er die Stadt mit jeder Menge C4 ausstattet und die Umgebung kennen lernt. Clam, der älteste und scheinbar mächtigste der Kinder, ist sehr misstrauisch Bloodshot gegenüber und muss ihn erst noch vertrauen lernen, was durchaus nachvollziehbar ist.

Das erste Kapitel bringt alle Parteien in Stellung, wir sehen die Teams und lernen nicht nur wie sie zueinander stehen, sondern auch ihre innere Konstellation genauer kennen.

Harada Protocolls

Ausgaben: Harbinger Wars #2, Harbinger #12, Bloodshot #11

“But they sent their Billion-Dollar-Monster after us. The cybernetic organism known as Bloodshot. The Psiot Killer.” – Christian

Christian Gruppe ist im letzten Kapitel die Flucht mit einem P.R.S.-Jet gelungen, den sie nun gekonnt in das Bellacio in Las Vegas Bruchlanden und dadurch den Notstand in der Stadt auslösen. Sie verachten die Menschen zutiefst, zumindest Christian und ihm ist es völlig egal, wie viele er töten muss, um seine Gruppe zu schützen. Sie benutzen das Hotel als Basis und, wie wir später erfahren, möchte er es solange bewohnen, wie möglich – bis zum Tode im Idealfall. Dabei sind zwei Dinge wichtig: Zum Einen haben alle Kinder von P.R.S. einen Chip implantiert, der jederzeit explodieren kann, wenn ihre Vorgesetzten dies wünschen, ganz im Sinne von Suicide Squad. Zum Anderen ist Christian so naiv, wie man nur sein kann. Wie will er hier überleben? Er hat kein Ziel vor Augen und keinen Plan. Und dann kommen auch noch die Renegades zur Tür herein spaziert.

In der Zwischenzeit liefert sich Bloodshot einen erbitterten Kampf mit Harada. Wir erfahren, dass es sich bei den Harada Protocols um ein Programm, tief im Inneren von Bloodshot handelt, das aktiv wird, sobald Harada von seiner Gesichtserkennung registriert wird. Spezielle Fähigkeiten, wie Schmerzunempfindlichkeit und Aussendung von Wellen, die Haradas Fähigkeiten einschränken, kommen zum Einsatz. Es ist ein faszinierender Kampf und Bloodshot gelingen einige gute Treffer, doch sein Gegner reißt ihm unter anderem die Haut von Gesicht und wirft ihn dann einige Hundert Meter weit weg. Von Kuretich wird die interessante Frage gestellt, welche Programme P.R.S. noch in den Tiefen von Bloodshot versteckt hat – wir werden diese sicher in den kommenden Ausgaben entdecken.

Die beiden Comics Harbinger und Bloodshot liefern wieder jede Menge zusätzliches Wissen, rund um den Kampf. Ich finde diese Strategie äußerst gut geeignet, für ein so umfassendes Event. So lernen wir im erst genannten Titel, wie die Renegades in den Kreis von Christians Gruppe aufgenommen werden und Torque mal wieder dafür sorgt, dass nicht alles ganz so glatt läuft. Faith auf der anderen Seite begeistert weiterhin. Sie lernt viele der Kinder kennen und liefert sich ein Duell der Lüfte mit einer anderen Psiot. Peter unterdessen, bekommt eine Lektion vom blutenden Mönch und wird von diesem mit einer eigenen Mission betraut. Schön das sich herausstellt, dass dieser nicht unter dem Pantoffel von Harada steht, sondern seiner eigenen Agenda folgt.

In Bloodshot wird der Kampf gegen Harada aus seiner Perspektive gezeigt, genauer, sein inneres Ringen um die Vorherrschaft. Die Naniten haben ja die Kontrolle übernommen und Bloodshots Bewusstsein kämpft nun dagegen an. Überraschenderweise hat er eine Notbremse eingebaut, die die Naniten neu startet und so das Harada Protocol beendet. Allerdings nicht bevor er schwer verwundet wird. Den Kindern um Clem ist es gelungen Bloodshots Wagen zu steuern und so retten sie zur Abwechslung ihn vom Schlachtfeld, bevor sie die Flucht antreten.

Es gibt auch eine kleine Geschichte, die sich im Jahr 1969 abspielt und Harada dabei zeigt, wie er mit seiner Firma versucht, sich Patente von P.R.S. anzueignen. Doch durch einen Zwischenfall beschließt er diese stattdessen zu vernichten. Wohl ein etwas längerer Prozess. Zusätzlich können wir sehen, wie der junge Harada mit seinen Gefolgsleuten umgeht.

Die Geschichte der Harada-Protocols setzt den ersten Teil gekonnt fort und vor allem der Mythos des schrecklichen Bloodshot, dem Psiot Killer, wird hervorragend ausgebaut. Ich bin schon sehr gespannt, wie das aufeinandertreffen zwischen ihm und Christians Gruppe ablaufen wird. Auch der Aufbau der einzelnen Comics ist super, da jeder mit einem Cliffhanger endet. Ich stelle es mir sehr nervenaufreibend vor, immer eine Woche oder sogar einen Monat auf die nächste Ausgabe warten zu müssen. Valiant liefert ein spannendes Crossover auf einem konstant hohen Niveau.

Das waren die ersten beiden Teile des Harbinger Wars. Bald geht es mit Teil zwei weiter.

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