Convergence (Woche 2)

Die für mich interessanteste Frage an Convergence ist nicht nur die Entwicklung der Tie-Ins, auf die ich später noch eingehen werde, sondern auch die Handlung des eigentlichen Events. Denn ich möchte auch die Welt von Telos kennen lernen, ihre Geheimnisse erforschen und nicht nur einen monumentalen Kampf nach dem anderen betrachten müssen. Liefert die zweite Ausgabe von Convergence genug Abwechslung? Und wie oft kann man Telos Rede lesen, ohne den Verstand zu verlieren?

Convergence #2

  • Writer: Jeff King
  • Pencils: Carlo Pagulayan
  • Inks: Jason Paz
  • Colors: Aspen Mlts John Starr & Peter Steigenwald
  • Letters: Travis Lanham

“You think you can pit the planets power against me? I am the planet!” – Telos

Convergence #2 hat ein großes Problem und das sind die Dialoge während des Kampfes zwischen unseren Helden und Telos. Bei Yolanda angefangen, erscheint jeder einzelne von ihnen zu unerfahrenen jungen Wesen zu degenerieren, die dermaßen naiv agieren und kommentieren, als ob dies ihr erster Kampf gegen einen ernstzunehmenden Gegner wäre. Sie wundern sich warum er nach einem, zugegebenermaßen verdammt coolen und stilistisch toll umgesetzten, ersten Schlag von Green Lantern nicht vernichtet ist, wo er doch schon des öfteren gesagt hat, er IST der Planet (und mal ehrlich, wenn er so einfach zu besiegen wäre, gäbe es auf keinen Fall hunderte verschiedener Städte in seinem Reich). Es muss also logischerweise irgendwo ein Machtzentrum geben, welches Telos am Leben hält oder ihm die Macht zur Verfügung stellt, denn ansonsten wäre es für ihn auch unmöglich die unzähligen Städte zu betreuen und zu versorgen. Was mich tatsächlich überrascht hat, ist sein plötzliches Verschwinden. Ich bin gespannt was er als nächstes geplant hat oder ob er sich zurückzieht, um seine Kräfte zu sammeln und Green Lanterns Angriff doch effektiver war, als gedacht.

“…I like to think that, alone face to face, and with air so thick with pain and loss and things too long unsaid, father and son both felt a little peace.” – Grayson

Es gibt aber auch zwei Dinge an dem Heft, die ich besonders hervorheben möchte, da sie mir dramaturgisch als auch von der graphischen Umsetzung sehr gut gefallen haben. Da haben wir zum einen den Anfang. Hier wird uns Dick Grayson und sein Sohn präsentiert und wie sie versuchen mit den letzten Schiffen von der Erde (im Earth-2 Universum) verschwinden zu können. Der Einsatz von Dick als Protagonist und Erzähler, sowie seine glaubwürdig transportierte, innige Beziehung zu seinem Sohn, machen den Einstieg zu einem herzzerreißenden Familiendrama. Perfekt.

Ebenso faszinierend, jedoch auf einer anderen Ebene bewegend, ist das aufeinandertreffen von Bruce und Thomas Wayne. Die Batmen verschiedener Welten treffen hier glaube ich das erste Mal aufeinander und um ehrlich zu sein, wüsste ich als Autor nicht wie ich diese Situation angehen sollte. Sie können sich entweder in die Arme fallen, heftig verprügeln, ruhig miteinander reden oder wild schreien – was passt am besten zu den beiden Charakteren. Jeff King hat eine gute und effektive Variante gewählte. Ich kaufe ihm ab, dass es sich so ereignen könnte und Graysons Interpretation der Situation trägt das Übrige dazu bei.

Im Großen und Ganzen überzeugt die zweite Ausgabe durch viele gute und einprägsame Momente und bietet genügend Abwechslung, sodass ich mich auf die kommenden Abenteuer freue. Der kleine Durchhänger in der Mitte ist zwar lästig, aber verzeihbar, da er ebenso schnell wieder weg ist, wie Flash, wenn er durch Central City rast.

Convergence Tie-ins

“I’m here because I deserve it. After all, I’m the man who murdered the ‘Guardians of the Universe’.” – Hal Jordan

Den blinden Kaufwahn aus der letzten Woche konnte ich dieses mal sogar noch überbieten. Ich dachte mir, mehr solcher Ausgaben bedeuten mehr Geschichten und mehr interessante Fakten aus dem bisherigen Leben verschiedener Charaktere. Doch ich muss zugeben, dass sich nach spätestens sechs Heften eine Müdigkeit eingestellt hat. Telos Rede ist nicht so spektakulär, dass man sie immer und immer und immer wieder lesen, über mehrere Panels strecken und neu abdrucken muss. Es ist erschöpfend und sie zu ignorieren fällt schwer, da sie in jedem Heft sehr zentral präsentiert wird. Außerdem hat jedes Heft den gleichen Aufbau. Spontan fällt mir zwar nicht ein, wie die Kämpfe anders erzählt werden könnten, aber es wäre doch möglich zumindest das erste Heft auf die Geschichten zu konzentrieren, die sich in der Kuppel abspielen und auf der letzten Seite Telos Rede abzudrucken und zu verdeutlichen, dass es im zweiten Teil so richtig zur Sache geht. Oder man verschiebt den Schwerpunkt und startet sofort nach der Ansprache in den Kampf. Dann könnte man erkunden, was die Charaktere zwischen ihren Kämpfen machen. Entdecken sie etwas auf dem Planeten? Verbünden sie sich mit anderen Champions? Bringt bitte mehr Abwechslung in die Tie-Ins! Ich werde mich jedenfalls in Zukunft auf insgesamt fünf Ausgaben beschränken: Ein Heft für die Hauptstory und vier für Tie-Ins. Es kostet auch viel Zeit dies alles zu lesen und ich habe bei weitem interessantere Geschichten auf meiner Leseliste, als die Convergence Tie-Ins.

Das Multiverse betreffend, befinden wir uns wieder in vier verschiedenen Welten, genauso wie letzte Woche. Dieses mal sind es:

  • Pre-Zero-Hour Metropolis
  • San Diego, California
  • Electropolis
  • Metropolis, Kingdom Come Universe

Ich muss zugeben, dass ich spontan keine der Welten zuordnen könnte oder Beispiele nennen, welche Protagonisten charakteristisch für dieses Universum sind. Allerdings ist mir irgendwie bewusst, dass das “Kingdom Come Universe” spannende Geschichten zu erzählen hat und sich ein Blick lohnt. Das bringt mich auf die positiven Seiten der Tie-Ins, die es natürlich auch gibt und wie beim letzten mal, werde ich diese in einer kleinen Auflistung abarbeiten:

  1. Aquaman
    Was macht der Herrscher der sieben Weltmeere ohne Meeranschluss? Diese Frage wird mit einer interessanten Charakterstudie beantwortet, welche graphisch super umgesetzt ist – den Stil habe ich in dieser Art und Weise schon länger nicht mehr gesehen.
  2. Batman: Shadow of the Bat
    Dieses Heft bietet wohl das coolste Team-up seit Harley Quinn und Power Girl. Zwei Batmen Seite an Seite gegen den machthungrigen Whale. Sie strotzt nur so von Anspielungen auf bisherige Ereignisse und ich bin sehr gespannt auf das Finale.
  3. Catwoman
    Ein Charakter der mich noch nie wirklich überzeugt hat. Auch diese Geschichte kann meine Meinung nicht ändern. Es gibt keine wirklichen Überraschungen oder spannende Momente.
  4. Green Arrow
    Eine interessante Vater-Sohn-Geschichte die mit einem mir unbekannten Charakter positiv überrascht. Ein unterforderter Green Arrow sucht nach seiner Bestimmung innerhalb der Kuppel – nur der letzte Akt ist etwas enttäuschend.
  5. Green Lantern / Parallax
    Mir war Parallax bisher nur aus einem mittelschlechten Film bekannt und deshalb war ich umso positiver gestimmt, als mir diese Version präsentiert wurde. Eine düstere Geschichte voll Reue und Versprechen, deren Einhaltung erst noch bewiesen werden muss.
  6. Justice League International
    JLI behandelt gekonnt das Thema Rohstoffversorgung, welches innerhalb eines abgeschlossenen System wirklich zum Problem wwird und ich bin froh, dass es angesprochen wird. Gute Geschichte, mit einer tollen Mischung von zu selten agierenden Charakteren, die Witz und Spannung bietet.
  7. Suicide Squad
    Eines meiner liebsten Teams in Comics bekommt auch seinen eigenes Tie-In und Amanda Wallers Truppe kann sich sehen lassen: Von Cyborg Superman, Deathstroke, Deadshot, Bane und Boomerang ist alles dabei, was das Herz begehrte. Ich hoffe der zweite Teil hält ein, was die erste Ausgabe verspricht – viel schräge Action!
  8. Superboy
    Ein entkräfteter Conner möchte um jeden Preis seine Kräfte zurück und lässt an sich experimentieren, bis die Kolben platzen. Wie ich finde wird seine Verzweiflung gut transportiert und der Kampf gegen Ende überraschte mich nicht nur mit mir unbekannten Fähigkeiten.
  9. Superman: Man of Steel
    Hier wurden mir gleich zwei neue Charaktere vorgestellt: Parasite und Steel. Beide haben nicht nur tolle Designs aufzuweisen, sondern auch eine gut erzählte Geschichte über ihr Leben “Under the Dome” (Anspielung verstanden?) und wäre es nicht die neunte Geschichte gewesen, die ich gelesen habe, könnte ich sie vielleicht um einiges positiver einschätzen.

Es war eine voll gepackte Woche und jetzt benötige ich erst mal ein paar Tage Pause, bevor ich mit dem nächsten Comic weitermachen kann. Nächste Woche werde ich, wie erwähnt, einen Gang zurückschalten, dafür aber umso konzentrierter die wenigen ausgewählten Comics lesen.

Bis demnächst
Chris