Bücher im Februar

Ich habe im Februar wieder ein bisschen was gelesen, was man durchaus empfehlen kann. Also, los geht’s:

Max Goldt – Lippen abwischen und lächeln

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich erst vor ein paar Wochen auf Max Goldt aufmerksam wurde. Wie so manche Bücher aus dem letzten Monat, ist auch Lippen abwischen und lächeln eine Leseempfehlung des Sprechkabine-Podcasts. Das Buch ist eine Sammlung von Texten, die Max Goldt unter anderem für die Titanic geschrieben hat, wo er Jahrelang als Kolumnist tätig war. Seine Fähigkeit Situationen zu beschreiben und scheinbar Banales spannend darzustellen ist wahrlich lesenswert. Dies schafft er durch einen gewandten Umgang mit der deutschen Sprache, wie man ihn wahrscheinlich nur selten lesen darf. Zwar mögen viele der Texte schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, doch haben sie nichts an ihrem Unterhaltungswert verloren. Vor allem in Zeiten wo wirklich jeder dahergelaufene Idiot einfach eine eigene Website einrichten kann, um anderer Leute Werke zu kritisieren, ist eine solch schlagfertige Sprachkunst äußerst willkommen.

Isaac Asimov – Der Zweihundertjährige

Die drei Regeln der Robotik von Isaac Asimov sind wohl jedem bekannt:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.

Auf den ersten Blick scheint es einleuchtend, wie sich auf Basis dieser Regeln dei von uns hergestellten Roboter verhalten. Doch das täuscht. In den ersten drei Teilen von Asimovs Roboter und Foundation Zyklus nimmt der Autor diese Gesetze in verschiedenen Kurzgeschichten auseinander.

Der Zweihundertjährige ist der dritte Teil, der von Heyne herausgegeben wird und ich finde es äußerst lobenswert, dass der Verlag alle Geschichten des Zyklus in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht hat, sodass man die gesamte Entwicklung der Menschheit in Asimovs Lebenswerk, über tausende von Jahren miterleben kann.

Durch die verschiedenen Kurzgeschichten ist nicht nur die Möglichkeit gegeben, sich mehreren Protagonisten zuzuwenden, sondern auch altbekannte Charaktere in Nebenrollen auftreten zu lassen, die man in den ersten beiden Büchern zu schätzen gelernt hat. Der dritte Teil steht seinen Vorgängern um nichts nach und ich bin sehr gespannt, wo die Reise im vierten Band Die Stahlhöhlen hingehen mag.

Bisher gelesene Bücher von Asimov und Ausblick auf das nächste:

  • Ich, der Roboter (1950)
  • Geliebter Roboter (1957)
  • Der Zweihundertjährige (1976)
  • Die Stahlhöhlen (1954)

Leo Tolstoi – Der Tod des Iwan Iljitsch

Man muss nicht alle Bücher lesen. Wahrscheinlich ein schlechter Einstieg zu einer Buch-Rezension, aber nichts desto trotz ein zutreffendes Statement. Damit beziehe ich mich jetzt nicht nur auf dieses spezielle Buch, sondern auf alle Bücher, die entweder nicht gut sind oder die man einfach nicht lesen will. Von jeder Kategorie gibt es etliche Beispiele. Leo Tolstois kurzer Roman gehört zur zweiten.

Der Titel beschreibt auch schon die gesamte Handlung. Es geht um den Tod von Iwan Iljitsch. Komplett gelesen habe ich das erste und das letzte Kapitel und ja, es dreht sich wirklich um den Tod des Iwan Iljitsch. Es ist kein schöner Tod. Er leidet, schreit und seine Familie muss ihm dabei zusehen. Geht es in der Handlung darum, wie er mit den Schmerzen, mit dem Leid umgeht? Wie er versucht die Krankheit oder was immer er hat zu bewältigen? Vielleicht. Wahrscheinlich. Doch im Moment bin ich nicht in Stimmung für so eine Geschichte. Die Sprache, wie immer bei Tolstoi, ist fantastisch und es kann natürlich durchaus sein, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Buch zurück kehre und jedem begeistert davon erzähle. Doch für den Moment nicht.

Überhaupt sollte man einen lockereren Umgang mit Büchern pflegen. Nehmt sie in die Hand, benutzt sie. Für mehr Eselsohren, Notizen und gebrauchte Bücher. Sie sollen Leben, sich entfalten und eine Diskussionsgrundlage darstellen. Nicht im Regal verstauben, unbenutzt und nur hübsch aussehen. Dort nutzen sie niemandem. Und wenn es ein wirklich, wirklich schlechtes Buch ist – werft es weg.

Carsten Könneker: Wissenschaft Kommunizieren

Im Zuge eines Seminars kam ich in den Genuss, einige Kapitel aus Könnekers Werk zu lesen und sei hiermit all denen empfohlen, die nicht nur darüber nachdenken wissenschaftsjournalistische Texte zu schreiben, sondern allgemein der Tastatur nicht abgeneigt sind. Mit vielen anschaulichen Beispielen zeigt der Autor, wie gute Texte aufbereitet werden und welche überflüssigen, teils drögen Formulierungen sich ein angehender Journalist/Schreiber sparen kann.

Bonus: Geo Epoche – Die Inquisition

GeoEpoche ist eines der Magazine, die mich am meisten begeistern. Auf über 160 Seiten widmen sich die Autor*innen einem Thema und diskutieren dieses bis ins kleinste Detail und aus verschiedenen Blickwinkeln, sodass am Ende der Eindruck entsteht, es komplett verstanden zu haben. Im Prinzip sind die GeoEpoche Magazin wissenschaftsjournalistische Fachbücher.

Das Thema in der aktuellen Ausgabe ist die Inquisition. Ein Thema, welches wahrscheinlich mit sehr vielen falschen Informationen diskutiert wird. Deshalb war durchaus spannend zu lesen, “wie es denn wirklich gewesen ist”. Aus den detailliert vorhandenen Aufzeichnungen sind die Autor*innen in der Lage persönliche Schicksale nachzuzeichnen, wodurch ein guter Eindruck der Atmosphäre der damaligen Zeit entsteht. Anschauliche Fotos, Zeichnungen und andere Bilder runden die Artikel wunderbar ab. Klare Leseempfehlung.

 

Das Featured Image Bild stammt von: Beatriz Pérez Moya / Unsplash

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