Telos #1

Seine Geschichte fand mit Convergence einen guten Anfang. Nun macht er sich alleine durch das Universum auf dem Weg, um seine Familie zu finden und endlich wieder mit ihr vereint zu sein. Telos, die ehemalige Marionette Brainiacs erhält seine eigene Mini-Serie. Was verbirgt sich hinter dieser Gestalt? Was ist seine Zukunft im DC Universum? Lohnt es sich sie zu lesen?

  • Writer: Jeff King
  • Pencils: Carlo Pagulayan
  • Inks: Jason Paz & Sean Parsons
  • Colors: Hi-Fi
  • Letters: Travis Lanham
  • Editor: Maric Javins

“I hear your words, mad god, but you cannot be trusted” – Telos

Ich habe vor dem Convergence-Event nie eine Begegnung mit dem großen Brainiac haben dürfen – ich weiß nicht wie er aussah, was er genau machte (außer natürlich das er Städte sammelt) und ich weiß auch nicht sein ultimatives Ziel. Deshalb hat mich die Geschichte etwas verwirrt, da die gigantische Gestalt, die in dem Event fortwährend präsentiert wurde, von mir einmal als er selbst und einmal als eine Art Untertan Telos’ verstanden wurde (Wenn ich mich richtig erinnere, beschreibt Telos dieses Wesen auch einmal als Maschine). Schließlich wurde er in einer Art Zeitgefängnis eingeschlossen, bzw. nicht befreit und jetzt plötzlich, in diesem Comic ist er frei und muss sich von den Ereignissen erholen. Wenn euch diese Zeilen verwirren, dann sind wir auf dem gleichen Level, wer die Ereignisse des Events besser verstanden hat, kann es mir gerne erläutern. Ich sehe davon ab, das Event noch einmal zu lesen, da es so spannend nicht war. Ich gehe jedenfalls aktuell davon aus, dass die uns präsentierte, grüne Gestalt, der wahre Brainiac ist – geschwächt von den Abenteuern und deshalb der Macht Telos mehr oder weniger ausgeliefert.

Apropos – auch dessen Macht bekommen wir endlich näher erläutert. Dieser von Brainiac manipulierte, tragische Fall, bekam von seinem ehemaligen Meister nichts weniger, als die totale Macht über Materie. Außerdem hat er jetzt eine coole Klinge, die mit seinem Arm verwachsen ist. So begegnet er Brainiac, um aus ihm den verbleib seiner Familie herauszubekommen. Er muss allerdings feststellen, dass dieser alles andere als auf der Höhe ist, denn mit einem Teil seiner Macht, verlor er auch Teile seines Gedächtnisses. Zur Rekonstruktion von beiden, benötigt er eine Art “shard” (engl. für Scherbe). Leider befindet sich diese in den Tiefen des Planeten Colu, welcher wiederum von dem Wahnsinnigen Computo bewacht wird.

Computo ist ebenfalls eine von Brainiac erschaffene Figur – laut seinen Angaben, ist er nichts weniger als die fortschrittlichste A.I. (künstliche Intelligenz) die es gibt. Also muss Telos erst ihn überwinden, um an den Standort seiner Familie zu kommen.

Ich erzähle dies nur so detailliert, da ich selbst nicht ganz begreifen kann, wie verrückt diese Geschichte doch ist. Alle Figuren, die eine tragende Rolle spielen sind mit Brainiac in irgendeiner Art und Weise verbunden bzw. wurden sogar von ihm erschaffen und hätte er dies nicht getan, hätte er viel weniger Probleme. Aber wir hätten auch keine coole, verrückte Geschichte, um einen Vater, der seine Familie um jeden Preis retten möchte.

Leider haben wir diese Geschichte aber schon so oft irgendwo gelesen, gehört oder gesehen, dass ich daran zweifle, dass sie viel neues bieten wird. Die Zeichnungen sind zwar fantastisch, die Panelstruktur abwechslungsreich und das Lettering sehr gut ausgearbeitet – jeder Charakter hat seine Eigenheiten und selbst die Differenz der Stärke zwischen Brainiac und Telos wird hier noch einmal deutlicher vermittelt – doch täuschen sie nicht über die typische Videogame-Story hinweg, wo man sich von Gegner zu Gegner hangelt. Allerdings erscheint der Aufbau doch etwas zu sehr an Checkpoints ausgerichtet und vielleicht auch vorhersehbar.

Bin ich wirklich an der Geschichte dieser tragischen Figur interessiert und möchte wissen, was weiter mit ihm passiert, doch nicht so sehr, dass ich diese Mini-Serie weiter verfolge. Ein Trade ist hier schon deutlich verlockender. Seine weitere Zukunft im DC Universum lässt sich schwer vorhersagen. Natürlich wäre es spannend ihn auf der Erde mit der Justice League zu erleben, doch dafür scheint er mir ein zu universeller, geradezu omnipräsenter Charakter zu sein. Seine Fähigkeit, sich im Multiverse frei bewegen zu können, macht ihn eher einen Anwärter für Stormwatch oder ähnliches. Diese Handlung erscheint mir aber nicht fesselnd genug – mal sehen was die weiteren Rezensionen so schreiben, vielleicht ändere ich meine Meinung ja doch noch…

bis demnächst
Chris