Bücher im Januar

Im Januar habe ich mal wieder viel gelesen, vor allem kürzere Bücher haben es mir angetan. Gut geschrieben haben sie die Möglichkeit den Leser auf eine kleine Reise zu schicken, die den großen, dicken Epen um nichts nachstehen. Sie bleiben der geneigten Leserin vielleicht sogar noch länger im Gedächtnis, da der Autor sich eben kurz fassen muss und so die Bedeutung bzw. die Ideen, die im Werk stecken, nicht erschöpfend bis ins Detail mit den Charakteren aushandeln kann. Man muss selbst diese Denkleistung vollbringen.

Wolfgang Herrndorf: tschick

Ein spoilerfreies Review zu “tschick” habe ich bereits geschrieben und das findet ihr unter diesem Link.

Erich Kästner: Der kleine Grenzverkehr

Genauso wie tschick sind auch Der kleine Grenzverkehr und Schloss Gripsholm Empfehlungen aus dem herrlichen Sprechkabine Podcast.

Beim kleinen Grenzverkehr handelt es sich um eine nette kleine Geschichte, die sich um den jungen Schriftsteller Georg handelt. Dieser kommt aus Berlin, möchte allerdings seinen Urlaub in Salzburg verbringen. Leider bekommt er keine Devisen genehmigt und so wohnt er in einem Hotel in Reichenhall und fährt jeden Morgen und jeden Abend zwischen den Städten hin und her. Der Freund aus Salzburg, den er eigentlich besuchen möchte, muss ihm auch sämtliches Geld vorstrecken, denn er darf ja nichts mitnehmen.

Die Wege die Georg beschreitet und die Unannehmlichkeiten die ihm dadurch bereitet werden, bestreitet er mit einer außergewöhnlichen Ruhe – es ist faszinierend seinen Schilderungen zu lauschen. Als er sich dann den Kaffee, den er gerade konsumiert hat, nicht leisten kann und sein Freund Karl nicht auftaucht, hilft ihm eine Unbekannte aus der Patsche. Zwischen ihnen entsteht im Laufe des Buches mehr als nur Freundschaft und wiederum sind es die herrlichen Schilderungen ihrer gemeinsamen Erlebnisse (inklusive einer unnachahmlichen Verwechslungskomödie) und die Zeit, die sie miteinander verbringen, die den Leser in den Bann ziehen.

Der kleine Grenzverkehr ist ein kleines Buch mit viel Herz. Ja, es klingt etwas abgedroschen, aber was soll ich machen, es ist nun mal so.

Kurt Tucholsky: Schloss Gripsholm

Zu Schloss Gripsholm gibt es ebenfalls schon ein eigenes Review, welches ihr unter folgendem Link findet.

Thomas Mann: Der Tod in Venedig – Buch Review

Auch zu Der Tod in Venedig gibt es eine eigenes Review. Eigentlich wollte ich mich kurz halten, doch Thomas Manns Buch hat mich so sehr beschäftig, das musste alles einfach raus. Den Brain Dump findet ihr hier: Link.

Hermann Hesse: Siddartha

Wie soll man ein Buch bewerten, welches nicht nur ein ganzes Leben beschreibt, sondern auch in der Lage ist, die Perspektive auf das eigene zu verändern? Ein Buch, das zwar keine Anleitung bietet, wie ein gutes und erfülltes Leben aussehen mag, aber Anreize bietet, wie der Weg dorthin aussehen könnte. Siddhartha ist ein meditatives Meisterwerk. In der Beschreibung von Siddartharthas Leben liegt so viel Weisheit, man muss es selbst gelesen haben, um es verstehen zu können. Aber vielleicht reicht das Zitat von Henry Miller auf der Rückseite des Buches auch vollkommen aus, um das Interesse zu wecken:

“Einen Buddha zu schaffen, der den allgemein respektierten Buddha übertrifft, das ist eine ungeheure Tat. Siddhartha ist für mich eine wirksamere Medizin als das Neue Testamen.”

Steve Martin: Born Standing Up

Wie sieht das Leben eines Comedians aus? Als Zuschauer und Konsument erlebt man obt nur die Persönlichkeit, die die Bühne betritt und nach eineinhalb bis zwei Stunden wieder verlässt. In Born Standing Up gibt uns Steve Martin einen faszinierend und ebenso persönlichen Einblick in das Showbusiness. Die Mühen und Qualen, die damit verbunden sind, doch auch die Leidenschaft, die dahinter steckt. Ich kannte Steve Martin nur aus Filmen, für seine Stand-Up-Karriere bin ich etwas zu spät auf die Welt gekommen, doch nachdem ich diese Biographie gelesen habe, finde ich es äußerst schade, diesen Mr. Martin nicht live erlebt zu haben. Klare Leseempfehlung, auch wenn ihr Steve Martin nur flüchtig kennt, wie ich.