Titans Hunt

Leider erscheint die Collected Edition von Titans Hunt erst im September und da wir zu dem Zeitpunkt schon mitten in den Rebirth-Storylines sind, dachte ich mir, ich kaufe sie mir doch auf ComiXology. Im Nachhinein war dies auch eine sehr gute Entscheidung – fungiert diese Geschichte doch als Prequel zu “Titans Rebirth #1”.

  • Writer: Dan Abnett
  • Art: Paulo Siqueira & Geraldo Borges
  • Colors: Hi-Fi
  • Letters: Carlo M. Mangual

“The music stops being music. It becomes something unkown but horribly familiar. The sound of a word disjointing of stone, grinding in a storm. Of words being sung to a tune that has no form. Of someone running with nowhere to go”

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Was verbindet ihr mit Musik? Mit bestimmten Songs und Melodien? Wahrscheinlich lösen sie teilweise, komplexe Bilder und Emotionen aus – positiv, wie negativ – intensive Erinnerungen, die wie eine Welle über einen hereinbrechen. Gleichsam eines Geruchs, der sich wie aus dem nichts in der Nase befindet und uns zurück befördert. Zurück an einen Ort, an den wir schon lange nicht mehr gedacht haben – tief in unserem Gedächtnis vergraben. Musik hat ebenso diese Macht und in Titans Hunt wird gezeigt, welche Auswirkungen diese Eindrücke haben können. Zu verschiedenen Zeitpunkten werden Melodien angedeutet und es wäre äußerst spannend zu hören, was jeder einzelne Leser im Kopf hat, wenn er die Geschichte liest.

Die Handlung entfaltet sich nur langsam. Dan Abnett lässt ihr Zeit sich zu entwickeln. Erst werden die ehemaligen Mitglieder der Teen Titans vorgestellt und wie sie ihr Leben meistern. Manchen gelingt dies besser als anderen. Einige haben neue Identitäten angenommen oder sind in herkömmliche Berufe gewechselt. Was ihnen jedoch allen gemein ist, ist ein massiver Gedächtnisverlust. Dieser hat sich zufälligerweise zu dem Zeitpunkt ergeben, als DC die new52 gestartet hat (das war 2011). Damals mussten sie ihre Freundschaft opfern, um einen Gegner zu besiegen und ihn von der Welt zu verbannen. Doch pünktlich zu Rebirth ist er wieder zurück. Unsere erwachsen gewordenen Helden müssen sich also wieder ihren Weg zurück erkämpfen. Zurück zu einem Team, zu Freundschaft und Vertrauen.

“It is the song of summoning. The song that opens the way. The song that will lea his greatest friends to their doom. The last track that plays as the credits roll at the end of the world.”

Doch wer waren die Teen Titans eigentlich? Viele hatten, wie bereits erwähnt andere Masken auf und haben sich seither weiterentwickelt. Diese Reise mitzuerleben ist wirklich beeindruckend. Vor allem auch aufgrund der fantastischen Zeichnungen. Sie sind kräftig, kontrastreich und sprühen vor Begeisterung für die Charaktere. Vor allem Garth (früher Aqualad) wird immer wieder in Kämpfen und Posen gezeigt, die Gänsehautpotential haben. Zu ihm gesellen sich dann Nightwing (früher Robin), Donna Troy (früher Wonder Girl), Arsenal (früher Speedy), Gnarrk (früher Caveboy), Lilith Clay, Dawn Granger und Hawk. Doch die wichtigste Rolle von allen kommt Mal Duncan zu. Ein erfolgreicher Pianist. Er spielt den Song, der sie verbinden kann.

Ich muss zugeben, dass ich die hälfte der Charaktere vor Lektüre des Comics nicht kannte. Jedoch hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mich mit ihnen zurechtzufinden. Es wird jedem genug Zeit gegeben, sich innerhalb der Geschichte zu positionieren und welche Last der Charakter mitnimmt. Besonders wenn man zuvor “Titans Rebirth #1” gelesen hat, ergibt sich ein Bild des großen Ganzen.

Die vagen Andeutungen an die Geschichte sind absichtlich gewählt, da ich niemanden Spoilern möchte. Es macht Spaß und ist mitreißend die einzelnen Fäden zusammenzuführen. So manches bleibt aber auch ungeklärt oder passiert zu abrupt – besonders bei einem Charakter. Hier ergeben sich noch interessante Konflikte für zukünftige Geschichten. Schreibt Dan Abnett doch auch die neue Titans Reihe. Mit ihm ist sie sicher in guten Händen.