Superman: American Alien #1

Max Landis, der bekannte Autor hinter Filmen wie “Chronicle” und “American Ultra”, darf sich in einer 7-teiligen Mini-Serie dem Charakter Superman annehmen und ihm ein Stück weit, seinen eignen Stempel aufdrücken. Ich kannte Landis hauptsächlich aus so manchen Interviews und einem MovieFight der Screensjunkies, wo er zeigt, welch Kreativität ihn durchströmt. Die Erwartungen auf diese Serie sind deshalb ziemlich hoch…

  • Writer: Max Landis
  • Illustrator: Nick Dregotta
  • Colorist: Alex Guimaraes
  • Letterer: John Workman
  • Cover: Ryan Sook
  • Editor: Alex Antone

“Who needs normal? Maybe weird is better.” – Jonathan

Superman american alien
©DC Comics

Bereits seit Monaten kann man am Ende von so manchen DC Titeln ein kurzes Interview mit Landis lesen, wo er noch einmal die wichtigsten Kernpunkte der Serie zusammenfasst. Wichtig war ihm zum Beispiel, dass es sich bei dieser Reihe um keine zusammenhängende Geschichte handelt, sondern jede Ausgabe einen Augenblick in Clarks Leben darstellt. Landes ginge nicht soweit, diese als Lebensentscheidend zu bezeichnen, doch es sind wichtige Punkte auf seiner Reise zu Superman. Deshalb gibt es für jede Ausgabe auch einen anderen Künstler, der sie in Szene setzen darf. Dies finde ich äußerst interessant und bin gespannt, wie sich dies in den weiteren Ausgaben zeigen wird.

Die erste Ausgabe finde ich von der künstlerischen Umsetzung äußerst gelungen. Die Geschichte spielt in Clarks Jugend, als er das erste Mal mit der Fähigkeit konfrontiert wird, fliegen zu können. Jedes Panel strahlt diese jungendliche Frische aus. Die Zeichnungen wirken dynamisch und ich konnte die Bewegungen der Protagonisten deutlich vor meinem geistigen Auge wahrnehmen. Besonders die Mimik der Figuren, werden durch verschiedenste Großaufnahmen in den Mittelpunkt gerückt. So wird noch einmal deutlich, dass es Landis eindeutig um die Entwicklung der Figuren geht – was sie erleben und was sie daraus lernen. Die Farben passen ebenso wundervoll dazu. Szenen, die am Tag spielen sind schön bunt und fröhlich gestaltet, Clark selbst trägt die traditionelle rot-blaue-Kleidung und Geschehnisse in der Nacht werden in stimmungsvollen dunklen Farben präsentiert.

Ich habe bereits die Charaktere angesprochen und das sie hier besonders im Mittelpunkt stehen. Martha und Jonathan sind für den gewöhnlichen Superman-Fan überraschend jung, da man ihnen doch ausschließlich dann begegnet, wenn Clark schon älter ist. Man erkennt ihnen die noch etwas unerfahrene Art an, wie sie mit der neuen Situation umgehen. Jonathan hat Zweifel, ob sie das richtige tun und sucht Rat bei einem Freund und redet offen über sämtliche Dinge, die seinen Sohn betreffen (allerdings hat er glaube ich die Sache mit dem Raumschiff ausgespart). Dies macht auch Clarks Eltern ein wenig transparenter und bringt sie dem Leser näher, da Jonathan eben noch nicht diese typische, ich nenne es mal vorsichtig ländliche Weisheit hat, mit der er seinem Sohn zur Seite steht. Dies muss sich alles erst entwickeln.

Auch Clarks Umgang mit einer bestimmten Situation nach der Schule ist wundervoll herzzerreißend dargestellt. Landis verzichtet auf große Erklärungen und lässt die Handlungen der Figuren selbst sprechen. Dies zieht den Leser noch weiter in die Geschichte hinein und man kann seine Probleme spüren. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, war, wie Landis Lois Lane eingebaut hat. Dies wirkte für mich etwas erzwungen, so dass man quasi deutlich weiß, wie früh sich die beiden begegnet sind. Selbst jemand, der wie ich nicht jeden Superman-Comic liest der erscheint, weiß, dass die beiden eine lange Geschichte haben – sie muss hier nicht unbedingt eine Rolle spielen, es gibt ja noch genügend andere Schulkameraden, mit denen Clark ins Kino gehen kann. Doch das ist nur meine Meinung.

“Superman: American Alien” ist eine schöner Comic mit interessanten, gut ausgearbeiteten Charakteren und es macht Spaß ihn zu lesen. Ich freue mich auf die weiteren Ausgaben.

bis demnächst
Chris