Robin – Son of Batman #1

Eigentlich wollte ich mir diese Serie nicht gleich ansehen, sondern erstmal auf den Trade warten. Doch das coole neue Haustier von Damian hat dann doch meine Neugierde geweckt und ich habe mir das Sneak Peek Heft und die erste Ausgabe geholt. Damian kenne ich bisher hauptsächlich aus dem gleichnamigen Film “Son of Batman” und ihn näher kennen zu lernen wird sicher interessant.

  • Script & Pencils: Patrick Gleason
  • Inks: Mick Gray
  • Colors: John Kalisz
  • Letterer: Tom Napolitano
  • Editor: Mark Doyle

“Fool. I warned you … don’t call him a Man-Bat.” – Damian

Die bisherigen Ereignisse sind nicht spurlos an Damian vorbei gegangen. Auch wenn er oft versucht den toughen Helden zu spielen und lässige Sprüche klopft, wird er von Alpträumen geplagt, die ihn zurück nach Apokolypse schicken. Diese Sequenzen sind fantastisch dargestellt und lösten bei mir ein gruseliges Kopfkino aus, inklusive passendem Soundtrack. Sein dortiges Schicksal bleibt mir relativ verborgen, da ich lediglich die beiden Hefte “Robin Rises Alpha” und Robin Rises Omega” gelesen habe. Doch sein dortiges Schicksal wird alles andere als angenehm gewesen sein. Die rohe Maschinerie aus Folter, Angst und Demütigung sind ständiger Begleiter. Darkseids Welt ist die wohl bekannteste aus der so genannten “Sphere of the Gods” der Multiversity Map. Nachdem Damians junger Leichnam aus den Händen seines Vaters, Bruce Wayne, gestohlen wurde – das wahrscheinlich schrecklichste, was Eltern passieren kann nachdem sie ihr Kind verloren hatten – habe ich zwar nurmehr seine Rückkehr zur Erde miterlebt, doch allein die Wut und Kompromisslosigkeit in Batmans Augen, als er sich in seinem mächtigen Anzug auf den Weg nach Apokalypse machte, war Markerschütternd. Diesen Jungen nun in seiner eigenen Serie zu erleben hat sicher großes Potential, denn wie wir aus “Robin Rises Omega” gelernt haben, ist er nicht ohne ein paar neue Fähigkeiten aus dem Land der Toten zurückgekommen. Ob dies nur stärkere menschliche Eigenschaften sind oder auch magische Aspekte betrifft, was einen völlig neuen Ansatz im Batmanmythos bedeutet, wird sich mit der Zeit herausstellen.

In dieser Ausgabe jedenfalls trainiert er fleißig in der Batcave. Vermutlich sind es großteils Übungen und Kampfmethoden, die ihm seine Mutter Thalia al Ghul bei der “League of Assassins” beigebracht hat. Er scheint etwas unterfordert zu sein, denn am Ende fällt so mancher kleiner Seitenhieb auf Alfred, der den Parkour entworfen hat und diesen gefälligst schwieriger machen soll. In der ersten Ausgabe wird auch deutlich, dass er mittlerweile Bruce Wayne aka Batman als seinen Vater anerkannt hat und ihn zu respektieren weiß. Genaueres hätte ich sicher erfahren, wenn ich die Serie “Batman & Robin” verfolgt hätte, aber wer hat schon Zeit so viel zu lesen. Stattdessen erfreue ich mich der Ergündung in den Mythos Damian Wayne, aus seiner Perspektive und mit seinen eigenen Geschichten.

Er während seines Trainings zu Hilfe gerufen, da sein Haustier launisch wird und da macht er sich natürlich sofort auf dem Weg. Wo genau er aber nun Goliath, so der Name des Ungetüms, aufgegabelt hat, wird nicht so deutlich und ich freue mich schon auf diesen Rückblick. Dabei muss ich an die Szene aus Avatar denken, in der Jake den großen roten Vogel, dessen Name mir gerade entfallen ist, bezwingt – eine gewisse Ähnlichkeit kann man nicht abstreiten. Sein ehemaliges oder auch derzeitiges Versteck hat er auf einer Insel eingerichtet. Ein Schiffswrack (ich denke zumindest, dass es sich um ein Wrack handelt, denn Funktionstüchtig sieht anders aus) dient ihm dabei als eine Art Trophäenraum. Hier ist unter anderem die Pfeife versteckt, mit der er Goliath rufen und etwas kontrollieren kann. Dies wird besonders beeindruckend in der Sneak Peek dargestellt. Die beiden müssen eine Schriftrolle in einem asiatischen Gebirge verteidigen und nachdem sie ein paar Handlanger ausgeschaltet haben, gesellen sich noch einige Man-Bats hinzu. Mit Goliath an seiner Seite gewinnt er natürlich. Ich rechne stark damit, dass sich in den nächsten Geschichten ein mächtiges Wesen gegen die beiden stellt, denn mit Goliath an seiner Seite, kann es für den Leser schnell langweilig werden – auch wenn die Zeichnungen so gut aussehen wie hier.

Damian wird im Laufe der ersten Ausgabe klar, dass er in seiner Vergangenheit einige Fehler gemacht hat und möchte Wiedergutmachung leisten. Dazu holt er sich ein Artefakt aus seinem ziemlich vollen Trophäenraum, denn irgendwo muss er schließlich anfangen – wohl so eine Art 12-Schritte-Programm, mit dem er sich wieder Rehabilitieren möchte. So wie es aussieht, scheint er erstmal eine Weile beschäftigt zu sein.

Allerdings regt sich bei ein wenig die Sorge, dass sich die Hefte zu sehr dem “Fall der Woche Prinzip” annähern, welches wir nur zu gut aus vielen vielen TV-Serien kennen. Es besteht die Gefahr, dass es zu monotonen Geschichten verkommt, in denen wir Damian verfolgen. Mal sehen, was die Verantwortlichen daraus machen. Ich habe mich, nicht wegen meiner Befürchtung, dazu entschlossen, diese Serie nur als Trade zu lesen. Zwar würde mich die nächste Ausgabe interessieren, aber ich habe bereits sehr viele monatliche Serien und irgendwo muss man anfangen auf Trades umzusteigen. Trotzdem bin ich froh, dass erste Heft gekauft zu haben und so beim Start dabei gewesen zu sein, immerhin bekomme ich so einen Eindruck vom Stil des Comics und ob sich eine Anschaffung des Trades lohnt.

Viel Vergnügen
Chris