New Suicide Squad #9

2626Bereits im Sneak-Peek-Heft wird es deutlich, dass es in der “Task Force X” eine große Veränderung geben wird. Politische Mächte setzen sich in Bewegung und versuchen dem Programm ein Ende zu bereiten. Bedenkt man dabei den Ausgang so manch einer Mission in der Vergangenheit, ist es auch nicht wirklich verwunderlich, sondern war eher eine Frage der Zeit.

  • Writer: Sean Ryan
  • Artist: Philippe Briones
  • Colors: Blond
  • Letters: Tom Napolitano
  • Editors: Brian Cunningham & Andy Khouri

“Wait a minute … this mission has homework?” – Lawton

DC hat bereits in der Februar-Ausgabe von Suicide Squad das neue Team präsentiert, welches zukünftig die Missionen von Amanda Waller ausführt. Das Bild ist schon beeindruckend und die Aufstellung unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Mitgliedern. Es freut mich zu sehen, dass auch eher unbekannte Charaktere aus der Schublade geholt und modernisiert werden:

New Suicide Squad (June 2015)
© DC Comics

Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut endlich Poison Ivy und co. in der Squad zu sehen und konnte es kaum erwarten das Heft in Händen zu halten. Wenn man nun die Bekanntmachung der letzten Woche bedenkt, dass sie und Harley Quinn eine Beziehung führen (wobei ich mir nicht sicher bin, ob dies auch für diese Versionen der beiden zutrifft), könnten sich einige interessante Situationen ergeben, vielleicht sind sie irgendwann sogar gemeinsam im Team. Manchmal würde ich mir wünschen, dass der Verlag auf den Covern die Zahl der Erdennummer, ich nenne sie einfach mal so, angeben würde, damit man weiß, welche Serien zusammengehören und welche in einer Alternativen Realität spielen.

Nach wenigen Seiten muss ich dann aber feststellen, dass von den vorherigen Mitgliedern immer noch Manta, wenn auch ohne seinen charakteristischen Anzug, was ich ziemlich begrüßenswert finde, da es einen neuen Aspekt von ihm zeigt, den wir bisher noch nicht gesehen haben, Boomerang, der nicht einen einzigen Boomerang verwendet und Deadshot, der sich wieder gut von den vorherigen Strapazen erholt zu haben scheint, war ich etwas enttäuscht, dass wir nicht gleich das neue Team kennen lernen. Aber ich habe dann erkannt, dass es eigentlich eine brillante Idee ist, einen flüssigen Übergang einzubauen. Ein sofortiger Sprung zu einem neuen Team hätte übereilt gewirkt, vor allem da Waller sehr große Stücke auf Manta und Deadshot hält. Zu sehen wie die beiden aus dem Team fliegen ist sicher spannend zu beobachten – vor allem in Anbetracht dessen, welche Mission sie von ihrer strengen Chefin bekommen haben. Ich würde es den Autoren durchaus zutrauen, den ein oder anderen Charakter zu töten.

“…I believe all of you have heard of the League of Assassins, a terrorist organization obsessed with eradicating what it considers corruption, pollution and overpopulation…” – Amanda Waller

Sie sollen niemand geringeren, als eine Splittergruppe der League of Assassins ausschalten. Diese haben sich von Rhas al Ghul getrennt und agieren alles andere als vom Schatten und aus dem Geheimen heraus. Offensiv greifen sie Städte an und attackieren Landesteile, um sie sich einzuverleiben und den übrigen Bewohnern, sofern welche den Kampf überlebt haben, ihre Ansichten und Lebenseinstellungen aufzuzwingen. Als Undercoveragenten infiltrieren Manta, Boomerang und Deadshot die League, um so herauszufinden was genau sie wollen und auf dem Weg nach draußen so viele wie möglich ins Jenseits zu befördern. Als Backup stehen ihnen Harley Quinn, Reverse Flash und Parasite zu Verfügung. Ob Harley Quinn nach ihren vorherigen Aktionen eine große Hilfe ist, bezweifle ich stark und auch Reverse Flash macht alles andere als einen fitten Eindruck. Ich vermute, die beiden werden beim Fluchtversuch ihrer Kollegen einschreiten versuchen und dabei kläglich scheitern, was zur Auflösung des aktuellen Teams und somit zur Neubesetzung dient. Außerdem wird interessant, ob Waller bereits im “Besitz” der Nachfolger ist, oder ob sie sich diese erst schnappen muss. Sollte letzteres zutreffen, könnte man daraus auch noch eine gute Story-Arc basteln, bevor schließlich die im Februar präsentierte Aufstellung komplett ist.

Dass es sich teilweise um ziemlich unbekannte Wesen handelt, die zur Task Force X stoßen, zeigt auch ein witziger Kommentar von Boomerang. Parasites Design und Auftreten ist zwar irgendwie cool und er bringt etwas Farbe ins Team, doch welche Fähigkeiten er sein Eigen nennt entzieht sich meiner Kenntnis. Es wird aber sicherlich nichts angenehmes für seine Gegner sein.

Nicht nur an der neuen Konstellation des Teams, auch an der Aufmachung der Geschichte erkennt man die neue Herangehensweise von Sean Ryan. Die Art und Weise wie er sie uns erzählt ist grundlegend anders, als die bisherigen Ausgaben. Es scheint, als ob er nun endlich so handeln darf, wie er es wollte: kompromisslos, brutal und ehrlich. So wie ein Suicide Squad Comic sein soll. Auch sein künstlerischen Kollegen profitieren von dem neuen Flair. Dies wird besonders deutlich, als die Anti-Helden kurz nach ihrer Ankunft bei der League erstmal gefoltert werden. Nackt und an Stühle gefesselt werden ihnen alle möglich grausamen Dinge angetan, während sie nach den richtigen Prinzipien ausgefragt werden. Diese Szenen wirken roh, real und sind künstlerisch großartig düster dargestellt. Es gibt kein langes Gerede. Es wird gehandelt und es fühlt sich einfach gut an – als würde ich endlich den SQ-Comic in Händen halten, den ich schon immer haben wollte. Wenn der kommende Film auch nur ein bisschen von dieser Essenz zeigt, bin ich zufrieden.

DC schafft es auch weiterhin mich von ihrer neuen Linie zu überzeugen. Suicide Squad hat nun das bekommen was es schon immer verdient hat und die nächsten Hefte können nicht früh genug kommen.

Viel Vergnügen
Chris