Disney, Star Wars und die Konkurrenz

In letzter Zeit habe ich mich immer mehr mit der Frage auseinandergesetzt, warum mich Star Wars so sehr begeistert. Woran liegt das? Ist das Alter eventuell ein erster Anhaltspunkt? Warum erscheint für einen Nerd ausgerechnet das Universum von Star Wars so faszinierend und nicht ein anderes? Klar spielt die persönliche Präferenz eine zentrale Rolle, doch wenn man sich genauer mit diesem omnipräsenten Thema beschäftigt, kommt man nicht an der faszinierenden Geschichte von Disney vorbei. Ich kann hier nur einen kleinen Auszug liefern, man könnte Bücher damit füllen und es wurden auch genügend geschrieben. Ich wollte nur noch einmal die spannendsten Stationen zusammenfassen...

Disney im Kaufrausch

Ohne jeden Zweifel gehört die von Walt und Roy Disney gegründete Firma zu den wohl einflussreichsten der Welt. Kaum ein Kind aus den 70er, 80er und 90er Jahren kam an deren Filme vorbei. Angefangen bei den Klassikern um Mickey, Donald und co. fanden auch Helden wie Aladdin, Arielle und natürlich Simba Platz in unseren Herzen. Der Erfolg währte lange, doch in den 90er Jahren stürzte der Konzern in eine Krise. Nicht nur blieben die Erfolge an den Kinokassen aus, auch im TV Geschäft lief es alles andere als gut. Als folge dessen gingen auch die Besucherzahlen der Parks immer weiter zurück. Klar, wenn man keine Figuren in den Medien präsentiert und bewirbt, haben Eltern auch wenig Sinn darin gesehen, ihre Kinder in die teuren Parks zu bringen.

Was tut man also, wenn man es nicht selbst schafft, wieder auf die Füße zu kommen? Richtig, man kauft sich externe Kräfte ein. Den Anfang bildete Pixar. Das von Apple-Visionär Steve Jobs gegründete Unternehmen hatte bereits eine langjährige Partnerschaft mit Disney, als es schließlich 2006 für 7,4 Mrd. Dollar übernommen wurde. Ausgezahlt wurde diese Summe in Aktien und da Steve Jobs die meisten Aktien bei Pixar hatte, wurde er auch bei Disney zum größten Einzelaktionär und ist dies bis zu seinem Tod geblieben. Die Kreativen Köpfe vom Konzern, der hinter “Toy Story”, “Findet Nemo” und anderen Erfolgsgeschichten stand, übernahmen teilweise auch Führungspositionen beim neuen Mutterkonzern - die Filme wurden besser und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Drei Jahre später, 2009, verkündete Marvel, dass es für 4,3 Mrd. Dollar von Disney übernommen werde. Auch wenn dies etwas überraschend kam, so war es doch ein logischer Schritt, einen im Comic-Bereich äußerst erfolgreichen Konzern zu übernehmen (Marvel und DC sind in Sachen Comics die beiden größten Konzerne, Image ist allerdings seit Jahren auf der Aufholjagd und präsentiert ebenso faszinierende Geschichten, die sich nicht nur um Superhelden drehen - aber das ist eine andere Geschichte). Es ist eine symbiotische Beziehung, denn auch Marvel konnte die Unterstützung gebrauchen, da doch das eigens Gegründete “Marvel Entertainment” Studio die Produktion von Filmen vorantreiben wollte (der erste Iron-Man Film erschien 2008). Man muss aber dazu sagen, dass sich das Studio die Filme selbst finanziert hat, zumindest soweit ich das verstanden habe, denn für den ersten Film wurden so viele Filmrechte an Figuren verkauft, bis man genug Geld beisammen hatte, um sich diesen leisten zu können. Ironie der Geschichte ist, dass auch wenn die größten Zugpferde verkauft wurden, es an Marvel blieb, eines der erfolgreichsten und umfassendste Franchises zu schaffen, die - nur die Mutanten tanzen etwas aus der Reihe (eine weitere Ironie der Geschichte).

Schließlich schreiben wir das Jahr 2012 und LucasFilm, geht für ebenfalls 4 Mrd. Dollar an den Disney Konzern - die hälfte wurde in bar bezahlt (man kann es sich ja wieder leisten). Es hat auch nicht lange gedauert, bis die Verlautbarung kam, mehr Star Wars Filme produzieren zu wollen und glaubt man den Analysten und den bisher veröffentlichten Trailern von Episode VII, so hat dieser Potential, der erfolgreichste Film der Geschichte zu werden - ich würde es ihm gönnen und werde meinen Teil dazu beitragen. Das bringt mich dann auch schon zum nächsten Thema:

Star Wars: Im Kanon der Geschichte

Die Meldung machte wohl aus guten Gründen Schlagzeilen: Alles was vor dem 25.4.2014 unter dem Star Wars Banner veröffentlicht wurde, wird als nicht mehr zum offiziellen Kanon dazugehörig gezählt - quasi degradiert auf die billigen Plätze. Mit einem Schlag wurde die Fundgrube an Geschichte, welche über zahllose Medien verstreut geschrieben und erzählt wurden, welche epische 36.000 Jahre umspannt und Charaktere hervorbrachte, die ihresgleichen suchen, nichtig. Für Fans ein Schlag in die Magengrube. Hat doch dieses reichhaltige, von Fans und Verantwortlichen erschaffene Universum, doch schon sechs Monate vor dem eigentlichen Beginn des Star Wars Wahns, mit einem Buch zum Film “A New Hope”, begonnen.

Allerdings muss man auch gestehen, dass es nach der Übernahme nur ein logischer Schritt zu sein schien. Mit einem neuen Konzern an der Spitze, wollte man etwas Ordnung in den angestaubten, wuchernden Wulst an Geschichten bringen. So blieben also nur mehr die sechs Filme (manche hatten sich wohl gewünscht nur drei) und die Serie “The Clone Wars” übrig. Von da an, hatten Menschen bei Disney und LucasFilm die sprichwörtliche Macht über die Geschichte. Ihr Ziel ist es, dass alles in sich konsistent und logisch aufgebaut ist. Ein großes Unterfangen, welches mit verschiedensten Comic-Reihen, Büchern, Spielen usw. sicher nicht einfach wird über die Jahre aufrecht zu erhalten.

Für mich ergibt es ehrlich gesagt wenig Sinn, sich weiterhin mit dem alten, nun unter dem Banner “Star Wars Legends” stehenden Kanon zu beschäftigen. Der Neue ist schon umfangreich genug und ich starte meine Aufholjagd wohl gleich, bevor es in einem Jahr unmöglich scheint. Dazu habe ich hier eine übersichtliche Grafik gefunden, die einen guten Überblick darüber gibt, wann welche Handlung stattfindet. Bei den Comics bin ich eigentlich auf dem laufenden, nur die Bücher, die ich mir in Form von Hörbüchern gönnen werde, stellen eine größere Herausforderung dar. Diese nehme ich allerdings sehr gerne an. Nur um euch einen kleinen Überblick zu geben - ich werde mit diesen Büchern anfangen, nicht unbedingt in der Reihenfolge, aber höchst wahrscheinlich: Lords of the Sith, Tarkin, Heir to the Jedi, Dark Disciple, Aftermath.

Bis Disney vermeldet hat, dass Star Wars nun doch (hoffentlich ehrenvoll und qualitativ hochwertig) fortgesetzt wird, dachte ich ja, dass ein anderes Sci-Fi / Fantasy Universum das Potential hätte, eine Art modernes Star Wars zu werden.

Avatar: Eine unendliche Geschichte

Wir schreiben erneut das Jahr 2009, genauer gesagt Dezember und gerade ist Avatar in den Kinos erschienen. Der Film wird einschlagen wie eine Bombe, die wohl niemand erwartet hätte. Klar stellte dieser animationstechnisch eine gewaltige Herausforderung dar und James Cameron hat extra dafür Techniken entwickelt und entwickeln lassen, damit er ihn so machen kann, wie er ihn sich vorgestellt hat. Für die Sequels, die ab 2016 oder 2017 in die Kinos kommen, ist er sogar mit einem eigenen U-Boot den Marianengraben hinunter getaucht.

Die Welt, welche sich Cameron ausgedacht hat, ist so unendlich und reichhaltig, wie das Universum selbst. Es stellte für mich lange ein modernes Star Wars da, auch wenn es weniger Sci-Fi-lastig ist, aufgrund der nicht vorhandenen bzw. anders aufgebauten Raumschiffe - doch das ist gut so. Wir brauchen keine Kopien, sondern originelle Originale. Deshalb hat es mich umso mehr gefreut, als er auch angekündigt hat, Bücher dazu zu veröffentlichen, welche die Geschichte weiterführen sollen. Es war 2013, als er dafür den Autor Steven C. Gould engagiert hat und seither ist es leider recht still um das Projekt geworden. Kein Veröffentlichungsplan. Nichts. Nur die Hoffnung auf vier Romane.

Nun hat Cameron erneut etwas versprochen: Comics. Dessen Geschichte soll vor, während und nach dem ersten Film Platz finden und noch vor dem ersten Sequel erscheinen. Ich habe so meine Zweifel daran. Es scheint so, als hätte sich Cameron mit diesem Mammutprojekt “Avatar” übernommen und kann versprechen nicht so richtig einhalten. Alles verschiebt sich immer weiter nach hinten oder es wird vollkommen Still um die Projekte. Ich hoffe sehr, dass wir bald Lebenszeichen hören, den faszinierend ist diese Welt auf jeden Fall. Es kann natürlich sein, dass ich viel zu ungeduldig bin und teilweise trifft dies mit Sicherheit zu, doch ab und an mal ein Lebenszeichen wahrzunehmen würde schon helfen, die doch lange Wartezeit zu überbrücken. Solche Filme sind ein großer Aufwand, vor allem in der Post-Production, da muss man Wege finden, das Publikum noch für das Thema zu interessieren. Ein Blog oder Twitter-Account, der in unregelmäßigen Abständen News veröffentlicht, würde schon helfen - falls jemand einen kennt, bitte ich um Empfehlungen.

Damit habe ich meinem Drang, etwas Klarheit in meinem Kopf zu schaffen etwas genüge getan und konnte euch hoffentlich auch helfen, Fragen rund um Disney, Star Wars und Avatar zu beantworten - drei Themen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, aber bei genauerem hinsehen eine Welt eröffnen, die man ein Leben lang studieren kann, sind faszinierend und es auf jeden Fall wert, genauer betrachtet zu werden.

bis demnächst
Chris

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