Ultimate Spider-Man Vol. 19

Der Beginn einer neuen Ära. Nicht nur übernimmt Stuart Immonen als Zeichner von Mark Bagley, auch in der Geschichte wird sich zukünftig einiges ändern. Dies hängt nicht nur mit SHIELD und dem Goblin zusammen, sondern auch mit so manch anderen Dingen, die während dieser Storyline vorfallen. Also fangen wir am Besten gleich an – wie immer: Spoiler Warnung!

Ultimate Spider-Man Vol. 19: Death of a Goblin

  • Ausgaben: #112-117
  • Erscheinungsdatum: 2008
  • Writer: Brian Michael Bendis
  • Artist: Stuart Immonen
  • Inks: Drew Hennessy
  • Colors: Richard Isanove, Justin Ponsor
  • Letters: VC’s Cory Petit

Es ist schon erstaunlich, wie ein komplett anderer Zeichner zwar das Grundlegende Design einer Welt übernehmen kann, allerdings das Aussehen trotzdem fundamental davon abweicht, was wir von Mark Bagley bisher gewohnt waren. Was ich an Marks Zeichnungen besonders gerne mochte, waren die Nahaufnahmen von Gesichtern, die er während Dialogen zur Schau gestellt hat. Dies macht Stuart Immonen zwar auch gut, aber doch anders. Ich bin mir nicht sicher, wie es beschreiben soll, aber es wird noch etwas dauern, bis ich mich an seinen Stil gewohnt habe. Was er auch anders macht ist, dass er Figuren, insbesondere Spider-Man selbst realistischer Darstellt. Realistischer insofern, als dass er Peter nicht ganz so dünn und mager zeichnet, wie es noch Bagley getan hat. Dies gefällt und ist eine willkommene Neuerung. Alles in allem mag ich den neuen Stil und freue mich auf die nächsten Geschichten, besonders wenn es zu neuen Gegner kommt, die Stuart Immonen dann neu Designen und in die Welt einfügen muss. Bisher kann bzw. muss er sich ja mehr oder weniger an das halten, was Mark vorgelegt hat.

Was die Geschichte betrifft, werden wir mit einem kontroversen Thema konfrontiert, was mich zuvor auch schon beschäftigt hat. SHIELD handelt, wie wir wissen, alle Supervillains die gefangen werden und sperrt diese in extra dafür vorgesehene Zellen. Das diese allerdings ohne jegliche Verhandlung auf unbestimmte Zeit festgehalten werden, verstößt gegen so einige Menschenrechte, die, so schwer es auch sein mag zu akzeptieren, auch Supervillains wie Norman Osborn zustehen. Als dieser dann auch schließlich ausbricht und vor Kameras tritt, spricht er genau dies an, auch wenn er die Wahrheit dabei etwas dehnt, wenn es zu dem Unfall kommt, der ihn zu dem Monster gemacht hat, der er heute ist. Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, wieso er denn nicht schon früher ausgebrochen und was er denn in der Zelle so lange getrieben hat.

Es passt durchaus zu der Geschichte, dass Bendis nicht wirklich eine Antwort oder eine finale Entscheidung dafür liefert, wie denn nun Supervillains in Zukunft zu behandeln sind. Dies ist auch ein Thema, das wir sicherlich noch das ein oder andere Mal erwähnt sehen. Besonders wenn es zu SHIELDs momentaner Führung kommt. Denn Nick Fury ist verschwunden. Er scheint nicht gestorben zu sein, sondern lediglich nicht mehr auf der Erde zu verweilen. So hat dann auch Captain Carol Danvers das Zepter übernommen und macht auch gleich ein paar nicht unbedingt nachvollziehbare Fehler. Es ist zwar lustig und unterhaltsam ihr dabei zuzusehen, wie sie mit den schwierigen Situationen umgeht, die auch Nick Fury Tag täglich meistern musste, doch eines stört mich dann doch massiv:

Wie auch schon in einem der letzten Reviews angesprochen, demaskieren auch Freunde von Spider-Man den Wandkrabbler immer wieder, auch wenn sie nur mit ihm reden wollen oder scheinbar nur sein bestes im Sinne haben. So demaskiert ihn auch Danvers im HQ von SHIELD, wo er zwar bekannt ist, aber trotzdem muss man ihm nicht gleich ein Teil seines Kostüms klauen. Außerdem sperrt sie ihn, angeblich zu seinem eigenen Schutz, in eine Zelle, ohne auch nur irgend etwas zu erklären. Kann sie sich denn gar nicht in ihn hinein versetzen, immerhin ist er doch nur ein Kind. Dies ist auch etwas, was man vielleicht hin und wieder vergessen mag, doch Peter ist noch sehr jung und manches lässt sich dann doch nicht so schnell verarbeiten bzw. überschätzt man den Helden dann auch oft. So schätze ich es dann doch sehr, wenn wir subtil darauf hingewiesen werden, wer den hier unter der Maske steckt.

Ebenso zu schätzen weiß ich, dass vergangene Ereignisse aufgegriffen werden. So leidet MJ an einer Art PTSD, als sie den Goblin auf einen Fernsehbildschirm entdeckt. Ähnliches kann man auch bei der Interaktion zwischen Peter und Osborn, als auch Harry und Osborn erkennen. Sehr stimmungsvolle und spannende Szenen, die einfach perfekt in diese Welt passen. Vor allem werden hier diejenigen belohnt, die wie ich, die Serie von Anfang an lesen und so die kleinen Anspielungen und Easter Eggs verstehen. Dieses Verständnis mag zwar nicht unbedingt notwendig für die Geschichte sein, bietet dann allerdings doch noch ein wenig mehr Tiefe.

Death of a Goblin ist eine sehr persönliche und intime Geschichte, die so einige Storystränge zu Ende führen. Besonders gefällt die Inszenierung des finalen Kampfes zwischen Vater und Sohn mit einem mehr als tragischen und traurigen Ende. Etwas, was man in dieser Form vielleicht gar nicht so sehr gewohnt ist von der Reihe und eventuell schon auf das Ende anspielt, welches der ersten Inkarnation von Ultimate Spider-Man bevor steht.

Ich bin sehr gespannt, wie es in der nächsten Handlung weiter geht, die ja etwas positiver gestimmt zu sein scheint, immerhin lautet deren Titel: Spider-Man and his amazing friends

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