Ultimate Spider-Man Vol. 18

Über die letzten Geschichten hinweg hat sich der Kingping von New York, Wilson Fisk, einige Feinde gemacht. Doch statt ihn immer wieder einzeln anzugreifen übernimmt Daredevil die Initiative und formt die “Ultimate Knights” (auch wenn er sie nie so nennt), damit sie ihn endgültig aus dem Verkehr ziehen können.

Ultimate Spider-Man Vol. 18: Ultimate Knights

  • Ausgaben: #106-111
  • Erscheinungsdatum: 2007
  • Writer: Brian Michael Bendis
  • Artist: Mark Bagley
  • Inks: Drew Hennessy
  • Colors: Richard Isanove, Justin Ponsor
  • Letters: VC’s Cory Petit

Gleich zu Beginn der Geschichte wird eine interessante Frage aufgeworfen: Wer besitzt die merchandise Rechte eines Superhelden? Die einfache Frage auf diese Antwort ist, dass derjenige die Rechte besitzt, der zuerst diese Rechte anmeldet. Da Peter dies leider versäumt hat und ihm dadurch einige Millionen Dollar durch die Lappen gegangen sind, kommt der Kingpin persönlich in den Genuss des ganzen Geldes – wenn er nicht andere Pläne hätte. Wenn wir uns an die Storyline “Hollywood” zurück erinnern, dann gab es ja einen Spider-Man Film, der scheinbar ganz erfolgreich war und auch die Merchandiseartikel scheinen gut verkauft zu werden. Nun Besitzt Fisk über mehrere Ecken die Firma, die genau diese Rechte angemeldet hat. Doch statt daraus Geld zu schlagen, wie es jeder vernünftige Mensch tun würde, lässt er die ganze Linie gegen die Wand fahren – oder so zumindest der Plan, um Peters Ruf als Spider-Man zu schädigen. Was aber aus diesen Plänen wird, erfahren wir nicht mehr, denn Daredevil und seine Ultimate Knights kommen dem Unterweltboss in die quere.

Es hat mich überrascht, welch ein auf und ab diese Storyline ist. Mal vorhersehbar, mal komplett überraschend, dann wieder nicht nachvollziehbar, hat das achtzehnte Volume einiges zu bieten.

Fangen wir mit Peters Beziehungskrise an. Der junge Held hat sich in der letzten Geschichte wieder mit MJ versöhnt und die beiden sind wieder ein Paar. Yay! Doch nicht so schnell, denn da ist ja auch noch Kitty, die nun völlig überraschend in Peters Schule anfängt. Natürlich hat dies nichts mit ihrer beider Situation zu tun, sondern damit, dass sie aus der X-Men Schule rausgeflogen ist (ist so etwas denn überhaupt möglich?), weil sie sich mit Xavier gestritten hat – das kann ich nun gar nicht nachvollziehen. Immerhin hat sich auch Kitty einige Feinde in der Zeit bei Xavier gemacht und auch wenn sie sehr gut auf sich selbst aufpassen kann, so wäre sie doch dort um einiges besser aufgehoben. Ihre Einführung in die Schule ist dann allerdings wieder sehr gut gehandelt und Bendis zeigt sein Gefühl für Charaktere. Denn da jeder weiß, dass Kitty ein Mutant ist und eine Beziehung mit Spider-Man hat(te), belagern sie sie mit sehr vielen, teils persönlichen Fragen. Eine beeindruckende und mitreißende Szene. Vor allem weil auch Peter gezwungen ist einfach zuzusehen und nicht einschreiten kann.

Unterdessen beginnt Daredevil nach und nach die Rekrutierung diverser Helden und nachdem er bereits Dr. Strange, Moon Knight, Danny Rand und Shang-Chi überredet hat bei seinem kleinen Unterfangen mitzumachen, schaut er kurzerhand bei Peters Schule vorbei. Natürlich in Zivilklamotten, aber es ist schon erstaunlich, wie schnell es so manchen gelingt darauf zu schließen, dass Peter Spider-Man ist. Wahrscheinlich ist es ein genauso offenes Geheimnis, wie das, dass Bruce Wayne Batman ist. Doch die beiden, Matt und Peter, funktionieren durch ihre Gegensätze eigentlich ziemlich gut. Spider-Man, der alles macht, wie es ihn in den Sinn kommt und nicht unbedingt große Pläne vorbereitet. Auf der anderen Seite den strengen und erwachsenen Daredevil, der auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, sollte es notwendig sein.

Diese Zusammenarbeit ist auch deswegen sehr interessant, weil wir dadurch Bendis’ Interpretation der Charaktere sehen können. Da Ultimate Spider-Man die einzige Ultimate-Reihe ist, die ich lese, weiß ich nicht, ob sie in anderen Ausgaben auch schon aufgetaucht sind, doch teilweise unterscheiden sie sich doch sehr davon, was ich erwartet hatte. Darunter Dr. Strange, der ein sehr öffentliches Leben zu leben scheint und Danny Rand, der nicht so vertrauenswürdig ist, wie man vielleicht denken mag. Doch Moon Knight mag wohl der interessantes von allen sein. Mit seiner gespaltenen Persönlichkeit und dem, was wir hier geboten bekommen, wird er zu einem tragischen Fall gemacht, der trotz seiner Schwächen oder gerade deswegen, sehr überzeugt. Ich mag seine Storyarc gerne, weil er die anderen dazu zwingt über ihre Schatten zu springen und unter anderem dadurch gezeigt wird, wie weit zum Beispiel Daredevil bereit ist zu gehen, um den Kingpin auszuschalten.

Doch es gibt Grenzen, die Spider-Man nicht überschreitet und so sehen wir unter anderem, wie sich dieser indirekt für den Kingpin einsetzt, was auch diesen sehr überrascht. Wie das Ganze genau abläuft und wer sich wie wo durchsetzt will ich allerdings nicht verraten, da es beeindruckend ist, dies selbst herauszufinden.

Wie ihr vielleicht wisst endet mit der 111. Ausgabe die Zusammenarbeit zwischen Mark Bagley und Brian Michael Bendis. Was Marvel betrifft haben sie damit einen neuen Rekord aufgestellt, für die längste durchgehende Zusammenarbeit zwischen einem Autor und einem Künstler. Deshalb ergibt es für mich auch Sinn, dass diese Ausgabe, die den bedeutungsschwangeren Namen “The Talk” bekommen hat, das längst überfällige Gespräch zwischen Tante May und Peter darstellt. Die Hälfte davon hat dann auch schon der neue Künstler Stuart Immonen gezeichnet. Wir bekommen also einen langsamen Übergang spendiert.

Es ist eine großartige Ausgabe. Die beiden funktionieren einfach herrlich miteinander (also Tante May und Peter). Tante May weiß ja nun endlich, dass Peter unter dem blau-roten Kostüm steckt. Langsam aber sich nähern sie sich dem Thema an, denn beide wissen nicht genau, wie so ein Gespräch ablaufen soll und worüber sie eigentlich sprechen sollen. So werden Dinge Revue passiert, die in der Vergangenheit vorgefallen sind, und Grenzen abgesteckt, worüber Tante May mit wem sprechen darf und mit wem nicht (es bleibt schließlich nur MJ übrig). Also eine gelungene letzte Ausgabe von Bendis und Bagley.

Es war eine fantastische Reise und ich werde Mark Bagleys Zeichnungen vermissen. Ich mag seinen Stil sehr gerne und habe mich nun über die letzten Jahre sehr daran gewöhnt. Für mich ist er DER Künstler von Spider-Man geworden. Mal sehen, was uns Stuart Immonen in den nächsten Ausgaben so präsentieren wird. Es wird sicher spannend. Vor allem weil auch bald die erste Inkarnation von Ultimate Spider-Man ihr Ende finden wird. Doch erst einmal geht es das nächste Mal mit “Death of a Goblin” weiter.

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