Spider-Men II Review

Spider-Men II

Writer: Brian Michael Bendis
Artist: Sara Pichelli
Colorist: Justin Ponsor
Letterer: VC’s Chris Eliopoulos & Cory Petit
Publisher: Marvel

SpiderMenII1Bereits 2012 kamen wir in den Genuss einer _Spider-Men_ Mini-Series, die von den gemeinsamen Abenteuern von Miles Morales und Peter Parker erzählte, nachdem ihre beiden Dimensionen miteinander kollidiert sind. Und falls ihr euch nun fragt, wie dies überhaupt gehen soll: Keine Bange, ihr seid sicher nicht allein. Natürlich ist auch eine Gratulation ist angebracht, denn anders als ich habt ihr es geschafft, die letzten Events von Marvel zu verpassen. Zwar habe ich sie nicht direkt gelesen, jedoch in den einschlägigen Medien, natürlich davon mitbekommen. Die Kollision der Dimensionen ist eine Nachwirkung von Events mit schön klingenden Namen wie Spiderverse (das habe ich tatsächlich gelesen), Battleworld, Secret Wars (oder War) und einer Prise Civil War II (ob dieses Event tatsächlich eine Rolle darin spielt, kann ich nicht beantworten). Das Ultimate Universum (Marvel-616) gibt es nicht mehr und Miles hat es nach Earth Prime geschafft. Oder Earth One. Jedenfalls ist er mit dem uns bekannten Peter Parker in einer Dimension.

Keine Sorge, den komplexesten Teil dieses Reviews hätten wir geschafft.

Wie nun die beiden Spider-Mans mit dieser Situation umgehen, kann der geneigte Leser oder die geneigte Leserin anschaulich in dieser Mini-Series erlebt. Dabei ist die Art und Weise, wie Brian Michael Bendis die Geschichte erzählt, äußerst ungewöhnlich, da unsere Helden eine eher passive Rolle bekommen. Im Fokus steht eher der Miles Morales, der von Anfang an auf Earth Prime gelebt hat und nicht zu einer Version von Spider-Man wurde. Stattdessen wird ihm eine Rolle neben Wilson Fisk zu Teil (mit dem er sich im Gefängnis eine Zelle teilte) und verhalf diesem zum Kingpin zu werden. Dass Miles Prime die zentrale Figur ist, wird einem spätestens dann klar, wenn Bendis zwei volle Ausgaben auf die Vergangenheit von ihm und Fisk verwendet. Der Leser kann sich so perfekt auf die Figur einlassen, die zuvor als mysteriöser Nebenspieler eingeführt wurde, der unseren Spider-Männern im Wege zu stehen scheint. Dabei ist es doch umgekehrt.

Miles Prime engagiert den Taskmaster, der die beiden ablenkt und kleine Aufgaben für seinen Auftraggeber erfüllen soll. Er ist insofern ein interessanter Gegner in dieser Konstellation, da er keine Monologe hält, wie es sonst eigentlich üblich ist. Dies sorgt dann dafür, dass die _One and a half Spider-Men_ im Dunkeln bleiben bezüglich der Pläne von Miles Prime. Dessen genauen Pläne sollen jedoch nicht verraten werden, da sie einen netten Twist bieten und so manches relativieren, was man dem Antagonisten geneigt ist zu unterstellen.

All dies soll jedoch nicht dazu führen, dass Miles Morales und Peter Parker nur Nebenrollen einnehmen und keine Entwicklung durchmachen. Ganz im Gegenteil. Nur verläuft diese weitgehend unabhängig von Miles Prime. Besonders Miles (der aus dem Ultimate Universum) macht so einiges mit. Seit gut vier Jahren steckt er im Kostüm von Spider-Man und hat, seit heraus gekommen ist, dass eine dunkelhäutiger Mensch unter dem Kostüm steckt, auch die Rolle eines Vorbildes und Role-Models zu erfüllen. Hinzu kommt die Kenntnis von anderen Realitäten, anderen Wesen, die von Spinnen gebissen wurden und mehr. Festzustellen, dass er nur ein kleines Rad in dieser komplexen Konstellation darstellt, muss erst einmal verarbeitet werden. Er hatte buchstäblich keine Zeit herauszufinden wer Miles Morales eigentlich ist. Welche Identität steckt hinter der Fasade aus Fleisch und Blut? So scheint das Ende in der fünften Ausgabe als eine logische Entwicklung.

Mit seinem unvergleichlichen Talent schafft es Bendis, dass wir hinter den Aktionen beider Parteien (die vermeintlich Guten und die vermeintlich Bösen) nachvollziehbare Motive entdecken und hoffen, dass sie ihre Träume in die Realität umsetzen können. Noch beeindruckender jedoch ist, dass Bendis es schafft eine Welt zu hinterlassen, die nun bereit ist für einen neuen Autoren oder eine neue Autorin – besonders im Hinblick auf (Ultimate) Miles Morales. Mit seinem Wechsel zu DC muss er wohl oder übel auch Spider-Man abgeben und schafft es gekonnt, einem Tod geglaubten Universum neues Leben einzuhauchen, womit er sich möglicherweise vor den Fans verbeugt und sich für ihre Treue bedankt. Eine nette Geste, nachdem er 18 Jahre lang diese Versionen von Spider-Man sein eigen nennen konnte. Dies sind natürlich alles Interpretationen meinerseits, doch ich bin ehrlich gespannt, wie die Reise weiter geht – auf beiden Seiten.

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