New Superman #1

Seit der Ankündigung des New Superman Titels auf dem großen Rebirth-Event vor ein paar Monaten freue ich mich darauf, diesen in Händen halten zu können. Die Idee ist einfach faszinierend, dass ein neuer Superman in China auftaucht und wir somit die amerikanische Domäne verlassen und uns auf neue Pfade begeben.

  • Writer: Gene Luen Yang
  • Pencils: Viktor Bogdanovic
  • Inks: Richard Friend
  • Colors: Hi-Fi
  • Letters: Dave Sharpe

“Hold up – – don’t tell me you think I’m the tubby kid with the glasses and the punchable face!” – Kong Kenan

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Was macht den typischen Superman aus? Zugegeben, wir kennen bisher nur den einen Superman, aber nichts desto trotz hat man eine gewisse Erwartungshaltung, wenn es um einen neuen Helden gehen soll, der plötzlich aus dem nichts auftaucht und eben diesen Titel für sich beansprucht. Kong Kenan ist da sicherlich einer der letzten, die einen in den Sinn kommen. Was ihn auszeichnet, ist, dass er der alltägliche Bully in der Schule ist. Sein Opfer hat er sich seit Wochen oder vielleicht auch Monaten ausgesucht und tradiert dieses täglich. Doch irgendwann ist Lixin dessen überdrüßig und wehrt sich gegen Kenan.

Auf diese Aktion hin, werden einige Ereignisse angestoßen, die ich nicht nachvollziehbar finde. Zum einen taucht DER chinesische Supervillain auf, nur um dann gleich wieder zu verschwinden und Kenan wird aus über 1 Mrd. Menschen ausgewählt, um mit Supermans Fähigkeiten ausgestattet zu werden. Beides finde ich äußerst an den Haaren herbeigezogen und hätte es bevorzugt, wenn wir Kenan noch etwas länger begleitet hätten, um diesen besser kennen zu lernen. Seine Motive und Geschichte zu verstehen, ähnlich, wie es in Ultimate Spider-Man von Brian Michael Bendis vor so vielen Jahren für den Wandkrabbler getan wurde. Leider wirkt diese Ausgabe sehr überstürzt.

Schließlich gibt es dann noch chinesische Versionen von Batman und Wonder Woman. Und um den neuesten Ghostbusters-Film frei zu zitieren: “Okay, I don’t know if it was a race thing or a lady thing, but I’m mad as hell.” Es wirkt einfach zu sehr nach einer Kopie des Originals, dabei hätte ich es begrüßt, wenn sie hier einen eigenen Weg eingeschlagen hätten. Natürlich ist das nur die erste Ausgabe und ich lasse mich in den nächsten Wochen gerne noch überzeugen, aber ich finde den Einstieg nicht besonders gelungen.

Abgesehen von diesen Dingen sind die Zeichnungen fantastisch und vermitteln einen guten Eindruck der Stadt. Sie wirkt lebendig. Zusammen mit den hellen Farben ist die Ausgabe visuell ein Genuss. Auch die Charaktere selbst erfüllen ihren Zweck. Kenan ist anfangs unsympathisch und beginnt erst zum Ende hin sich etwas zu wandeln, wobei noch ein langer Weg vor ihm steht. Genauso bei den Regierungsmenschen und der Reporterin Laney Lan (kommt einen der Name nicht auch unheimlich bekannt vor?), erkennt man die Motive zumindest andeutungsweise.

Ich bin sehr gespannt wie es mit der Geschichte weiter geht und hoffe sehr, dass sie noch ihr Alleinstellungsmerkmal findet.

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