Days of Hate #1 Review

Days of Hate #1

Story: Ales Kot
Art: Danijel Zezelj
Colors: Jordie Bellaire
Letterer: Aditya Bidikar
Design: Tom Muller

Wenn der Titel des ersten Kapitels “America First” lautet, mit entsprechendem Steve Bannon Zitat daneben, dann weiß man, dass Days of Hate #1 ein fantastisches Erlebnis werden muss. So viel kann ich ja schon mal verraten: Days of Hate #1 ist der großartige Start einer zwölfteiligen Mini-Serie. Es überzeugen nicht nur die verschiedenen Charaktere, sondern vor allem auch die künstlerische Umsetzung dieser doch sehr realistisch anmutenden Welt.

Die Bilder, die Danijel Zezelj bietet sind atemberaubend. Wir schreiben das Jahr 2022 in Amerika und die rechten Konservativen haben sich das Land angeeignet. Damit einher gehen natürlich gravierende Konsequenzen für alle Minderheiten, wie die erste Szene nur all zu deutlich veranschaulicht. Doch auch die restliche Bevölkerung scheint alles andere als Glücklich zu sein. Diese Welt, die sich sehr nach Apokalypse anfühlt, weiß Zezelj geschickt umzusetzen. Sie ist düster. Sie ist bedrückend. Besonders gefällt das Spielt mit Licht und Schatten, die es erlauben, Charaktere und Symbolik mit einem Rahmen zu versehen. In den Schatten eines Gebäudes sucht man teils vergeblich nach einer versteckten Symbolik, nur um sie all zu offensichtlich im Licht dargestellt zu sehen. Brillant. Durch diese Darstellung, wirken selbst Räume, die eigentlich hell erleuchtet sein sollten, bedrohlich und beängstigend. Wenn dann noch Charaktere beigemischt werden, welche breit grinsend Bedrohungen zwischen den Zeilen aussprechen, scheint der Abgrund zum Greifen nahe.

Ales Kot versteht es geschickt mit der aktuellen politischen Lage zu spielen, greift vergangene Ereignisse auf, eskaliert diese jedoch und kreiert so eine Zukunft, die man nicht erleben möchte. Sie erinnert sehr stark an die letzten Seiten von Stephen Kings Meisterwerk 11/22/63 – ich möchte aber nicht dieses Buch spoilern. Doch gerade weil Kot sich so sehr an der Realität orientiert und so ein plausibles Worst-Case-Szenario erzeugt, ist Days of Hate mit einer derart unangenehmen Grundstimmung ausgestattet, die einen packt, hinein zieht und am Ende erschöpft und verängstigt wieder ausspuckt.

Doch das alles spielt sich nur auf der Oberfläche brodelnd ab, denn diese erste Ausgabe ist auch gespickt mit Anspielungen, die mal mehr mal weniger offensichtlich dargeboten werden. Auch wenn wir die Charaktere in dieser Ausgabe erst anfangen kennen zu lernen, so kommen sie einem doch bekannt vor. Wir erfahren gerade genug über sie um mitzufiebern. Wo mag ihre Reise wohl hingehen?

Days of Hate #1 ist ein fantastischer Auftakt und ich kann es kaum erwarten, bis die zweite Ausgabe verfügbar ist.