Convergence (Woche 1)

Convergence ist ein großes Ereignis, welches nach der ersten Woche meine volle Aufmerksamkeit bekommt. Dabei liegt es weniger an der Hauptreihe, als an den tollen Tie-ins, die einen fantastischen und abwechslungsreichen Blick auf einzelne Charaktere oder Gruppen erlauben und ihre Erlebnisse während der “Convergence” aufzeigen. Deshalb werde ich die nächsten zwei Monate meinen Artikel am Mittwoch dem DC-Event widmen.

Bevor ich damit beginne über die Titel der ersten Woche zu schreiben, gibt es noch einen kleinen Nachtrag zur Nullnummer der letzten Woche. Nachdem ich mir nämlich ein Video auf YouTube angesehen habe, welches vom großartigen “Comics Explained” Channel stammt (Link) ist mir einiges klarer geworden. Eigentlich müsste man nämlich die komplette “Superman Doomed” Reihe verfolgt haben, um Convergence #0 zu verstehen. Ich möchte die Geschichte nicht nicht noch einmal erzählen, denn das kann Rob in dem Video viel besser. Jedenfalls hat er mich in meinem Vorhaben bestärkt “Superman Doomed” nachzuholen und sobald die Collected Edition etwas günstiger geworden ist.

Im Nachhinein betrachtet finde ich es äußerst schade, dass DC sich dazu entschlossen hat, den Leser von Convergence #0 einfach so in die Story hineinzuwerfen ohne jegliche Erklärung. Ein kurzer Nebensatz hätte schon ausgereicht und ich hätte mich besser zurechtgefunden bzw. hätte ich den Comic besser einordnen können und mir wäre das Schicksal dieses Superman deutlicher geworden. Wohingegen ich mich ohne dieses Wissen fragen müsste, wo er abgeblieben ist. Es sollte nicht notwendig sein, nach einer Nullnummer zu recherchieren, denn eigentlich sollte sie das stattfindende Ereignis detaillierter erläutern und eine Ergänzung sein. Das hätte man sicher besser machen können. Nun aber zum Hauptthema:

Convergence #1

  • Writers: Jeff King & Scott Lobdell
  • Pencils: Carlo Pagulayan
  • Inks: Jason Paz
  • Colors: Aspen Mlt’s John Starr with Peter Steigerwald
  • Letters: Travis Lanham

“I don’t know how it happened, but I just got a second chance, and you better know I’m going to spend it like I’ve only got one breathe left, no apologies.” – Yolanda Montez

Nachdem der Superman aus der letzten Ausgabe in seine Welt zurückgeschickt wurde, beginnt diese mit einer außergewöhnlichen Machtdemonstration und wir können schon erahnen, welches Schicksal manchen Städten drohen wird. Dabei denke ich mir immer öfter, auch bei den späteren Tie-ins: Ihr könnt diesen Charakter doch nicht einfach töten! Wer bleibt noch übrig? Wie viele Versionen gibt es eigentlich? Und das ist für mich die größte Frage bei dem Ereignis. Denn wir wissen eigentlich nichts. Die Anzahl der Städte ist genauso wenig bekannt, wie die betroffenen Zeitlinien und so habe ich immer ein beklommenes Gefühl, wenn jemand stirbt, denn wie viele Versionen desjenigen gibt es wirklich? Es wurde seitens DC zwar deutlich gemacht, dass alle bisherigen Welten, Zeitlinien, Paralleluniversen oder wie ihr es nennen wollt betroffen sind, doch was dies im Detail bedeutet, kann ich nicht begreifen, da es einfach zu viel ist. Einerseits finde ich es aber auch wieder eine coole Idee, weil die Künstler bzw. Autoren ihrer Fantasie freien lauf lassen und verrückte Dinge ausprobieren können. Auf diese Momente freue ich mich. Doch genauso bin ich gespannt darauf, wie dieses Ereignis endet und was schließlich übrig bleibt. Haben wir danach ein deutlicheres Bild vom DC Multiversum? Vor allem habe ich mich auch schon mit der fantastischen Multiversity-Map (Link) auseinandergesetzt und meine diese halbwegs verstanden zu haben. Hoffentlich lässt sich diese mit dem Ergebnis von Convergence vereinbaren.

“Only one city will survive this day … all other worlds will finally know the dark embrace of oblivion.” – Talos

Nachdem die erste Stadt als unwürdig empfunden und dem Erdboden gleichgemacht wurde, beschäftigen sich die weiteren Ereignisse mit einem Team aus einem (un)bekannten Universum, wobei gewisse Hinweise auf eine Version von Earth-2 deuten. Ich bin mir da nicht 100% sicher, da ich nicht alle Ausgaben von Earth-2 gelesen habe. Sie stehen allerdings auf meiner to-do Liste (wie so viele Comics). Da wäre zum einen Thomas Wayne als Batman, Alan Scott als Green Lantern usw. Die Interaktionen zwischen den Protagonisten finde ich gut geschrieben und die Dialoge lassen auf das teilweise ziemlich gespannte Verhältnis zwischen ihnen schließen, sowie auf ihre Ereignisreiche Vergangenheit. Für mich neu ist der Charakter Yolanda Montez, welche als “The Red Avatar of Earth” vorgestellt wird. Welche Fähigkeiten sie hat, wird in dieser Ausgabe nicht deutlich und wenn man sie, wie ich, zum ersten Mal erlebt, müsste nach recherchiert werden, doch von dem lasse ich erst einmal ab, da ich mich überraschen lassen möchte.

Das unfreiwillige Team wurde ohne ihre Stadt in Talos Welt gebracht, welche sich als endlose Wüste entpuppt, wie wir auch schon in der letzten Ausgabe gesehen haben. Städte oder Kuppeln werden aber weit und breit nicht deutlich. Da Ihre Stadt fehlt, deklariert sie ihr neuer Meister als Fehler und ihr endgültiges Schicksal werden wir erst in den nächsten Ausgaben erfahren. Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass sie eine zentrale Rolle im Kampf gegen Brainiac und Talos sind. Wobei ich immer mehr bezweifle, dass wir Brainiac tatsächlich einmal zu Gesicht bekommen. Ich äußere hier einfach mal die Theorie, dass Talos nicht so ganz im Sinne seines Gebieters handelt…

Wir allerdings wieder einen kurzen Blick auf “Mega-Brainiac” aus der letzten Ausgabe. Ob es aber tatsächlich Brainiac ist, wird nicht ganz klar, denn Talos stellt sie als “Gottesmaschine” vor. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Auch wird die Rede, welche Talos am Ende an alle seine Städte richtet, bevor er die Kuppeln auflöst, wird noch eine wichtige Rolle spielen.

Im Anhang finden sich auch wieder ein paar kurze Texte zu verschiedenen Welten, welche es im DC Multiverse gab oder gibt und wieder sind sehr spannende, interessante Alternativen, die ich gerne näher kennen lernen würde, dabei.

Convergence Tie-ins

In einem Wahn aus unstillbarer Neugier habe ich mir mehr dieser Ausgaben zugelegt als ich eigentlich wollte. Aber ich bin ja süchtig danach, so viel wie möglich über die Vergangenheit von Charakteren und der Geschichte von DC zu erfahren. Dieses Ereignis bietet für so ein Vorhaben die perfekte Möglichkeit.

“When you don’t have anything, you’ll fight for everything.” – The Question

Sobald man ein Heft aufschlägt wird einem präsentiert, welche Universen in diese Geschichte involviert sind. Wobei ich vermute, dass wir uns jede Woche einer anderen Konstellation gegenüberstehen. DC macht es verkaufstechnisch ziemlich geschickt, denn sie teilen jedes Erlebis eines Charakters oder einer Gruppe auf zwei Ausgaben auf. Dabei finde ich es etwas problematisch eine doch recht kurze Geschichte mit einem Monat Pause zu erzählen, wo auch noch so viel dazwischen geschieht. Das kann ich mir unmöglich alles merken und werde die Ausgaben höchstwahrscheinlich zweimal lesen müssen, um das ganze Ausmaß der Erzählung anständig begreifen zu können. Wie dem auch sei, diese Woche widmen wir uns diesen Realitäten:

  • Pre-Flashpoint Gotham City
  • El Inferno
  • Flashpoint Gotham City
  • New York City, Angor
  • Follywood, Califurnia

Jede Ausgabe erzählt die Geschichte einer Person oder Gruppe und wie sie die Geschehnisse verarbeitet. Dabei haben alle die gleiche Struktur, was ich nicht unbedingt schlecht finde, da es Ordnung ins Chaos bringt. Zuerst starten wir mit dem Ereignis, als sich die Kuppel mit den mysteriösen Sechsecken auf ihre Stadt niedergelassen hat und was dies im Detail für den Charakter bedeutet. Dann springen wir ein Jahr nach vorne oder manche starten auch direkt an diesem Punkt, wo sich plötzlich ein unbekanntes Wesen an die Einwohner richtet und sie auf den bevorstehenden Kampf vorzubereiten versucht. Hier handelt es sich um Talos und seine oben erwähnte Ansprache, welche sich hervorragend zur zeitlichen Einordnung der Ereignisse anbietet.

Ich finde es äußerst interessant die verschiedenen Städte und deren Umgang mit der Situation zu beobachten. Auch unsere Helden und vermeintliche Bösewichte müssen sich erst einmal an die Situation gewöhnen, denn die Kuppel raubt ihnen alle übernatürlichen Fähigkeiten, sowie die Kontrolle über künstliche Prothesen, wie zum Beispiel Arsenals Roboter-Arm. Da hat natürlich jemand wie Batman oder Nightwing wieder einen gewissen Vorteil. Wenn dann schließlich die Kuppel zum Beginn der Spiele (einige Referenzen auf “Hunger Games” konnten sich auch die Autoren nicht verkneifen) entfernt wird, erhalten sie ihre Kräfte zurück.

Was ich hier noch nicht ganz verstanden habe ist, ob die von Talos ausgewählten Kämpfer in die jeweiligen Städte teleportiert werden oder sie sich selbst auf den Weg machen müssen. Beides scheint nämlich der Fall zu sein, mir ist aber die genaue Vorgehensweise noch nicht ganz klar. Manche der Protagonisten handeln und sprechen auch so, als hätten sie schon dutzende Städte bezwungen. So gesehen bei “Nightwing/Oracle” mit Hawkman und Hawkwoman.

“The reason I couldn’t go with you to fight in the rock to the norht..? It’s because I’m Barbara freaking Gordon. Also known as Oracle. And I started fighting them ten minutes ago.” – Oracle

Mir haben eigentlich alle Tie-ins gut gefallen. Sie erzählen interessante Geschichten und am Ende erfährt man auf einer doppelseitigen Collage die ganze Geschichte über die Hauptcharaktere, welche in der Geschichte mitwirkten. Dabei habe ich wieder einiges gelernt. Hier noch ein kurzer Überblick über die von mir gelesenen Tie-Ins und ein paar kurze Anmerkungen:

Batman & Robin #1 of 2
Hier hat mir die Geschichte gut gefallen. Vor allem die Entwicklung von Poison Ivy. Die künstlerische Umsetzung hat mir hingegen nicht so zugesagt.

  • Harley Qinn #1 of 2
    Verrückte Geschichte über eine der außergewöhnlichsten Frauen im DC Universum. Hat mir gut gefallen, auch die Zeichnungen sind hervorragend gelungen – ich freue mich auf das Zusammentreffen mit einem gewissen Hasen.
  • Justice League #1 of 2
    Die Geschichte fand ich im allgemeinen eher schwach, auch wenn der dunkle Aquaman eine gewisse Spannung bringt und ich es sehr begrüße eine rein weibliche Aufstellung zu sehen. Denn viel zu oft werden Teams von Männern dominiert. Die Darstellung von Mera hat mir gar nicht gefallen. Sie wird mir zu schwach und hilflos dargestellt – ich habe ein ganz anderes Bild von ihr: stark, durchsetzungsfähig, autonom…
  • Nightwing/Oracle #1 of 2
    Eine besten Geschichten die ich gelesen habe, weil sie auch mit dem Käfig-Aspekt der Kuppel spielt und die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten der Situation darstellt. Nightwing und Oracle geben ein fantastisches Team ab – bitte mehr davon! Vor allem von Badass Oracle!
  • Speed Force #1 of 2
    Eine Familiengeschichte die dazu genutzt wird ein paar der anderen Städte zumindest kurz zeigen zu können. Wallys Umgang mit seinen Kindern, im Anbetracht der Situation ist verständlich und es stellt sich soforn eine Empathie ein. Auch hier freue ich mich sehr auf die Fortsetzung.
  • The Question #1 of 2
    Ein mir bisher unbekannter Charakter. Wahrscheinlich müsste ich die Vorgeschichte kennen und diese besser nachvollziehen zu können. Die zweite Ausgabe werde ich mir vermutlich nicht zulegen.
  • The Titans #1 of 2
    Ein überraschend guter Comic, von dem ich weniger erwartet hätte. Arsenal wird toll dargestellt – vor allem sein Einsatz und seine Hilfsbereitschaft werden nochmal deutlich, genauso wie sein Sinn zur Vorsicht und Vorbereitung, welchen er von Oliver geerbt hat.

Sollten sich auch die nächsten Tie-Ins als so faszinierend, charakterlastig und graphisch gut ausgearbeitet herausstellen, werden dies zwei ziemlich teure Monate. Doch ich finde die Geschichten sind es wert entdeckt und gelesen zu werden. Besonders für mich sind sie so wertvoll, da ich eigentlich erst mit den “new 52” in die Welt der Comics eingetaucht bin und mir so die Gelegenheit nicht entgehen lassen möchte, das bisher geschehene, zumindest etwas, zu erkunden.

Viel Vergnügen
Chris